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Blankeneses Geschichte.
Die rund 450 km lange Kimbrische Halbinsel (auch Cimbrische Halbinsel) bezeichnet neben Jütland die Halbinsel zwischen Ostsee und Nordsee, die sich von der Elbe im Süden über eine Länge von rund 450 km bis Kap Skagen im Norden erstreckt und den kontinentaleuropäischen Teil Dänemarks sowie den Großteil des deutschen Landes Schleswig-Holstein (und genau genommen auch das historische Hamburg nördlich der Elbe) umfasst. Die Bezeichnung Kimbrische Halbinsel ist älter als etwa Jütland und bereits seit der Antike bekannt. Sie findet sich beispielsweise in Ptolemaios' Schrift Geographike Hyphegesis (kimbrikè chersónesos). Sie leitet sich von dem seit Ende des 2. Jahrhunderts v. Chr. bekannten germanischen Volk der Kimbern ab. Ob diese tatsächlich die Halbinsel besiedelten oder die nahegelegene Elbmündung, ist aufgrund der dürftigen antiken Quellenlage nicht mit Bestimmtheit zu sagen. Jütland ist heute der üblichere geographische Begriff, das Wort Kimbrische Halbinsel findet sich eher in älteren Geschichts- und Geographiewerken, wird aber auch heute noch verwendet, oft um die Gesamtheit der Halbinsel vom eigentlich nur den nördlichen Teil (bis zur Eider) umfassenden Jütland zu unterscheiden. Die Kimbern (auch Cimbern geschrieben) waren ein germanischer Volksstamm, der aus dem nördlichen Jütland (im heutigen Dänemark) stammte. Gemeinsam mit den Teutonen und Ambronen zogen sie um das Jahr 120 v. Chr. aus ihrem Siedlungsgebiet im Norden Mitteleuropas nach Süden.

Auf dieser Karte von 1620 (unten) finden Sie den Elbverlauf noch nicht so von Menschenhand verändert wie heute. Blankenese befindet sich etwa in der Mitte und Hamburg links unten. Aber lassen Sie sich nicht verwirren: Zu dieser Zeit machte der Fischerort als 'helle Nase' keine Ehre, denn eine schwere Sturmflut hatte das Vorland mit den Weiden fortgerissen. Die Landzunge auf der Karte elbabwärts der Wedeler Au ist hier Schulau. Blankenese gehörte damals weder zu Hamburg noch zu Altona, sondern zu Stormarn, bzw. Schleswig. Blankenese wurde erst 1301 urkundlich erwähnt, weshalb sich bereits ein Geburtstagsverein zum 700sten gegründet hatte. Aber bereits 1063 wurde die erste Burg zum Schutze des wichtigen Elbübergangs als Heerweg von Dänemark nach den Niederlanden gebaut.

Drei Dörfer. Das heutige Gebiet bestand noch aus den ehemals unabhängigen Teilen Mühlenberg, Dockenhuden und Blankenese. Das friesische Fischerdorf Blankenese endete am Mühlenberger Weg (damals Kirchenstraße) im Osten und an der Wedeler (heute Blankeneser) Landstraße im Norden. Die Dockenhudener Schule ist heute eine Schlachterei (Ecke Elbchaussee/Hasenhöhe), und die Schulen von Blankenese lagen an der Parkstraße (heute Kiekeberg), an der Westerstraße (Richard-Dehmel-Straße/Ecke Krumdals Weg, heute Wohnhäuser) und am Kahlkamp.

Karte von 1899 mit dem Süderelbe-Gebiet.
Grenzen. Der Blankeneser Bahnhof stand ebenso auf Dockenhudener Gebiet wie die 1896 erbaute Blankeneser Kirche. Die Straßenbahn (1899-1921) endete an der Johannesburg, einem Hotel-Restaurant an der Ecke Elbchaussee/Mühlenberger Weg, wo sich heute ein Parkplatz befindet. Erst im Jahre 1919 schlossen sich beide zusammen zum Ort 'Blankenese', eine bittere Pille für das sächsische Bauerndorf. 1927 wurde es von Altona vereinnahmt und zehn Jahre später dieses wiederum zu 'Groß-Hamburg'. Siehe auch GRENZEN ...

Wasserfälle. Geografisch gesehen trennt das 'krumme Tal' den Süllberg (85 m) vom Waseberg (87 m, manche sagen heute auch Bismarckstein). Und wer es erlebt hat, wenn es kräftig auf diese Berge regnet, weiß, dass wir hier manchmal auch an einem Wasserfall leben, denn alles Regenwasser sucht sich den Weg durch das Krumdal. Zur Belohnung rutscht der ganze Hang ganz langsam in die Elbe, wie an den breiten Rissen in den Mauern zu erkennen ist.

Fischer unter dem Sollenberge. Im Krumdal siedelten früher diejenigen Fischer, die es ein wenig ruhiger und dem Meer ein wenig näher haben wollten. Zu jedem der ursprünglich reetgedeckten Häuser gehörte traditionell ein Liegeplatz für den Ewer mit der Bezeichnung 'SB' für Schleswig-Blankenese, der meist von zwei Familien bewirtschaftet wurde, die in einem typischen Blankeneser 'Tweehuis' (zur Elbe der Kapitän, zum Hang der Steuermann) wohnten. Über alldem ragte der Süllberg, ursprünglich mal eine kleine Schutzburg, später eine riesige Gastroburg, wo sich ein völlig anderes Leben abspielte. Ihr da oben und wir hier unten ...

Auch wenn es auf den historischen Postkarten des schlauen Gastwirtes Rohr gern mal so ausssieht wie ein eigener Aufgang zum 'Sollenberge', wie Blankeneses Hügel nach früher einmal hieß: Wer zum Ausflugslokal Süllberg hinauf wollte, musste entweder die steile Treppe 'Rutsch' oder den etwas sanfteren Aufgang 'Krumdal' hinauf, um sich auf dem Gastroberg zu erfrischen und den grandiosen Blick zu genießen. Auch heute noch erleben die Krumdal-Bewohner einmal im Jahr, wie sich die Völkermassen zum traditionellen Viereck-Feuer am Oster-Sonnabend ins Krumdal ergießen wie das Wasser nach dem Gewitter. Dann heißt es aufpassen auf die letzten Reetdachhäuser, denn die Fremden neiden gern mal die Idylle. Krumdaler Kinder gehören tradionell zum Viereck-Feuer.

Die Sände. Die verschiedenen Kartenausschnitte zeigen die Entwicklung der Sände vor Blankenese, 'Schweinsand' und 'Böhaken' genannt, die nach der Wegschwämmung nach der großen 'Manndränke' 1634 entstanden. Unten auf dem Bild sind bereits die Vorbereitungen für die Airbus-Ausschüttung zu sehen, gegen die sich viele Blankeneser wehrten, weil sie ein international anerkanntes Naturschutzgebiet vernichteten.

Flaggensalat. Das neunzehnte Jahrhundert war wohl für Blankenese das abwechslungsreichste: Der Pfahlewer wurde bis 1814 durch die Trikolore (und die Kontinentalsperre) ersetzt, diese wiederum durch den dänischen Danebrog, 1864/65 vom österreichischen Rot-Weiß-Rot (Blankeneser Schiffe unter österreichischer Flagge hatten mich zuerst ziemlich verwirrt!) und dann bis zur Reichsgründung 1871 vom Preußenadler.
Notgeld. Nach dem ersten Weltkrieg gab es sogar eigenes Geld, das aber aufgrund der Inflation nur kurze Zeit gültig war und mit einem Ablaufdatum gekennzeichnet war oder per Mitteilung von Gemeindevorsteher Frahm in Krögers Norddeutschen Nachrichten veröffentlich wurde.
Die Lage von Blankenese. Blankenese ist ein Vorort im Westen von Hamburg, direkt an der Elbe, die im Süden den Stadtteil begrenzt. Im Westen grenzt Rissen an Blankenese, im Norden kommt man nach Sülldorf und Iserbrook. Östlich von Blankenese liegt Nienstedten. Wie seine Nachbarn gehört Blankenese zum Bezirk Altona. Man erreicht Blankenese auf verschiedenen Wegen: Zum Einen kann man die Fähre aus Cranz, Stade oder von den Landungsbrücken aus nehmen, wobei die Fähren größtenteils von Touristen genutzt werden und weniger als öffentliche Verkehrsmittel dienen1 . Die weiteren Möglichkeiten, mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Blankenese zu gelangen, sind die S-Bahn Linien S1 und S11 oder die Buslinien 36 und 189. Die einzige größere Straße, die Blankenese durchzieht, ist die Blankeneser Landstraße, die die Verlängerung der bekannten Elbchaussee ist.Text einer Facharbeit von Benno Hornischer: Das Thema einer Facharbeit lautet 'Hamburg-Blankenese, ein geographischer Exkursionsführer'. Dieses Thema kann viele Unterthemen beinhalten, so dass zu Anfang festgestellt werden muss, welche stadtteilspezifischen Themen eine nähere Untersuchung benötigen. Hierzu versuchte ich nach Klischees zu suchen um diese zu überprüfen. Also befragte ich vor Beginn meiner Arbeit viele meiner Freunde und Verwandte, woran sie denken, wenn sie Blankenese hören. Ausnahmslos bekam ich Antworten wie, an Reichtum, an Prominente, an teure Wohnungen. Doch ist dem wirklich so? Ist Blankenese eines der Nobelviertel Hamburgs? Dies zu untersuchen soll im Folgenden meine Aufgabe sein. Um eine Antwort auf die Frage zu finden, habe ich primär die Bebauung in Blankenese untersucht, da man aus Art und Dichte der Bebauung viel auf die soziale Struktur einer Region schließen kann. Zu diesem Zweck war ich vor Ort und habe mir die Wohnbebauung an einigen Stellen angesehen und diese kartiert. Meine Aussagen über die Bevölkerung stützen sich auf Statistiken des Statistischen Landesamts Hamburg. Einige Bücher über Blankenese halfen, die Geschichte und einige regionale Besonderheiten von Blankenese zu beschreiben.

Naturlandschaft. Auffällig an der Naturlandschaft von Blankenese ist die hohe Reliefenergie. Um diese zu erklären, ist es nötig sich die Eiszeitalter zu betrachten. Vor ca. 200 000 Jahren hinterließ die Saaleeiszeit Endmoränenablagerungen, die einen Höhenzug bildeten, der von Blankenese bis zu den Harburger Bergen reichte. Das Schmelzwasser der Weichseleiszeit (vor ca. 20 000 Jahren) durchbrach den Höhenzug und formte das heutige Relief der Blankeneser Berge, welches bis fast direkt an die Elbe reicht.
Blankenese - ein Name mit Geschichte. Der Name Blankenese kommt aus dem Plattdeutschen. Um den Ursprung der Namensgebung zu erkennen, muss man den Namen in zwei Silben aufteilen. Für die beiden Silben existieren verschiedene Schreibweisen, die Silbe ‘nese’ kommt von Neeß, nes oder ness und heißt so viel wie Nase. ‘Blanke’, kommt von Blan oder Blancke, was weiß beziehungsweise glänzend bedeutet. Diese Namensgebung spielt auf eine Landzunge an, die in die Elbe ragte und deren nasser Sand weiß in der Sonne glänzte. Diese Landzunge existiert heute leider nicht mehr, sie wurde bei einer großen Sturmflut 1634 weggespült.
Geschichte. Die Besiedelung von Blankenese, dem ehemaligen Fischer- und Lotsendorf, begann früh: Es wurden Gräber aus der Eisenzeit und der Bronzezeit gefunden, die auf eine sächsische Besiedelung schließen lassen. Noch ca. 200 n.Chr. war das heutige Gebiet Blankeneses sächsisches Stammesgebiet. 804 n.Chr. besiegte Karl der Große die Sachsen und verlegte seine Untertanen in die eroberten Gebiete, in Blankenese wurden Friesen angesiedelt. Auf dem Süllberg (früher Sollonberg) wurden in der Geschichte von Blankenese zwei Burgen erbaut, die erste, Burg und Kloster in einem, von dem Erzbischof Adalbert von Bremen zum Schutz der Fähre, die den Übergang über die Elbe an der Heerstraße schaffte. Doch die Herren der Burg betrieben Straßenräuberei und gefährdeten damit den Hamburger Handel, so dass sich die Landbevölkerung zusammentat und die Burg zerstörte. 1110 begann mit Graf Adolf I. von Schauenburg die circa 500 Jahre dauernde ‘Schauenburger Herrschaft’. Dockenhuden, das spätere Nachbardorf von Blankenese, wurde 1219 erstmals urkundlich erwähnt. Vierzig Jahre später errichteten die Brüder Johann I. und Gerhard I. von Schauenburg die zweite Burg zur Verteidigung gegen den Bremer Erzbischof Gerhard II. auf dem Süllberg. Diese Burg lag aber in der 2- Meilen- Grenze von Hamburg, einem Schutzgürtel von zwei sächsischen Meilen Breite (18km), in dem keine fremde Burg errichtet werden durfte. Dieses Recht war unter anderem in dem Freibrief von Kaiser Friedrich I. an die Stadt Hamburg gewährt worden. Um sich mit den Hamburgern zu einigen, schenkten die Grafen den Hamburgern Land und versprachen ihnen, jeglichen Schaden, der von der Burg ausging binnen dreier Wochen zu ersetzen oder die Burg in der selben Zeit zu zerstören. 1301 wurde Blankenese zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Ab 1612 kauften wohlhabende Hamburger, Altonaer und niederländische Emigranten Bauernhöfe oder bauten Landhäuser in Dockenhuden und Blankenese. 1640 starb der letzte Schauenburger Graf kinderlos, woraufhin der dänische König Christian IV. die Grafschaft Pinneberg besetzte, wozu auch Blankenese gehörte. Unter dänischer Flagge machte Blankenese 1710 seinem Ruf als Fischerdorf alle Ehre und gründete Deutschlands erste Hochseefischerflotte. Die dänische Herrschaft wurde 1864 beendet, als Preußen und Österreich in einer Schlacht die Dänen besiegten. Zwei Jahre lang gehörte Blankenese nun zu Österreich, bis 1866 Preußen Österreich aus Holstein vertrieb. Die preußischen Herzogtümer Schleswig und Holstein wurden zu Schleswig- Holstein zusammengelegt. Ab 1900 verstärkte sich der Zuzug der Städter nach Blankenese und Dockenhuden, 1919 verlor Dockenhuden die Unabhängigkeit und wurde ein Teil der Gemeinde Blankenese. Blankenese wurde 1927 gegen den heftigen Protest der Blankeneser Bevölkerung nach Altona eingemeindet. 1937, mit dem Groß- Hamburg- Gesetz, wurde daraus der Bezirk Altona und der Stadtteil Blankenese von Hamburg.


Bevölkerungsentwicklung. Erste Angaben über die Anzahl der in Blankenese lebenden Menschen stammen aus 1464, damals lebten nur acht Personen in Blankenese. Bis 1910 stieg die Bevölkerung stetig auf 5.610 Menschen an. Der erste große Sprung in der Bevölkerungsentwicklung liegt zwischen 1910 und 1925, die Einwohnerzahl steigt von 5.610 auf 13.629. Dieser Sprung ist die Folge der Eingemeindung Dockenhudens (1919). Der zweite Bevölkerungsschub war 1943, im Juli 1943 zählte Blankenese 16.200 Einwohner, im Oktober waren es 20.000. Diese 3.800 Menschen, die beinahe gleichzeitig nach Blankenese kamen, waren ausgebombte, die in Blankenese neue Wohnungen suchten.
Wohnen in Blankenese. In Blankenese gibt es insgesamt 6.802 Wohnungen und 3.272 Wohngebäude. Das Wohnen in Blankenese ist großzügig, eine durchschnittliche Wohnung hat eine Fläche von circa 101qm, das macht eine durchschnittliche Wohnfläche pro Einwohner von etwa 51qm, im Vergleich dazu beträgt die Wohnfläche je Einwohner im Bereich von ganz Hamburg nur annähernd 36 qm. Blankenese gilt als einer der reichsten Stadtteile in Hamburg. Das Klischee, ein Stadtteil der Reichen und Prominenten zu sein, findet an vielen Stellen Belege, doch bei genauerer Betrachtung findet man durchaus Bereiche, deren Bebauung, auf eine Bevölkerung aus dem Mittelstand schließen läßt. Einfache Wohnungen und eventuell ein paar der 58 Sozialwohnungen, die in Blankenese liegen, findet man zum Beispiel in der Bargfredestraße, die an der Ostgrenze an den Bahnlinien liegt. Dort findet man Reihen- und Mehrfamilienhäuser mit bis zu vier Geschossen und 33 Wohnungen, in dichter Bebauung. Die angrenzende Straße ‘Am Klingenberg’ weist ebenfalls Reihen- und Mehrfamilienhäuser mit bis zu vierzehn Wohnungen auf. Auch in anderen Bereichen, wie zum Beispiel im engen Blankenese südlich des Bahnhofs und entlang der Durchgangs- Landstraßen, findet man einfache Bebauung. Auf der anderen Seite gibt es auch große Villen sowie große Häuser aus den verschiedensten Stilepochen. Am Falkenstein zum Beispiel leben ausschließlich extrem reiche Menschen, die meisten Villen dort gehen in der Größe der einzelnen Grundstücke unter, sodass das eigentliche Gebäude von der Straße aus nicht mehr zu sehen ist. Folglich sind Einzelheiten über die Bebauung nicht genau zu nennen. Ein weiteres eigenes Viertel von Blankenese ist das Hanggebiet (s.u.). Die Mietpreise sind dort größtenteils extrem hoch, da der Blick auf die Elbe sehr gefragt ist. Dies sind Beispiele für die Extrema. Es gibt aber auch Straßen, in denen man an der Bebauung erkennt, daß verschiedene Sozialschichten nebeneinander wohnen: In der Babendiekstraße im Norden von Blankenese findet man sowohl einfache Mehrfamilienhäuser als auch bessere Ein- und Zweifamilienhäuser mit großen Gärten.
Die Bebauung im Hanggebiet geschichtlich. Das Hanggebiet 'Treppenviertel' ist das berühmteste Viertel von Blankenese, gleichzeitig ist es das älteste. Noch heute lassen sich die einzelnen Bauepochen im Hanggebiet erkennen. Man unterscheidet fünf Epochen, mit jeweils eigenen Baustilmerkmalen: Das 18. Jahrhundert, mit reetgedeckten Fischerhäusern, das 19. Jahrhundert, mit biedermeierlichen Putzbauten, die Jahrhundertwende mit Etagenhäusern aus der Gründerzeit und im Jugendstil, die Zeit zwischen den Weltkriegen, mit Backsteinbauten im Heimatstil und Traditionalismus und die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Aus jeder Epoche sind noch heute Häuser erhalten. Auf die verschiedenen Epochen möchte ich im Folgenden eingehen. Ein deutliches Stilmerkmal des 18. Jahrhunderts ist zum Beispiel die Dachbedeckung aus Reet oder Stroh. Die Häuser waren meist weiße Fachwerkhäuser. Berühmt für Blankenese sind die sogenannten Twe-Hus und Tre-Hus, Zwei- bzw. Dreifamilienhäuser. Teilweise gab es sogar noch eine zusätzliche Kleinstwohnung. Die Twe-Hus bzw. Tre-Hus hatten immer eine große gemeinsame Diele, die zum Ausbreiten der Fischernetze genutzt wurde. Die biedermeierlichen und später klassizistischen Häuser des 19. Jahrhunderts waren zum einen streng symmetrisch und das Dach war nicht mehr reetgedeckt. Stattdessen baute man Ziegeldächer. Einer der Gründe für diesen Wechsel war die große Brandkatastrophe in Hamburg. In der Folge wurde von der Benutzung brandgefährdeter Materialien abgesehen. Die Gärten der Häuser waren wie die Häuser selbst symmetrisch aufgebaut (beschnittene Baumreihen oder Hecken). Nachdem 1896 die Bahnverbindung von Hamburg nach Blankenese entstanden war, wurde Blankenese zu einem beliebten Ausflugsziel. Hotels und Restaurants wurden an der Strandpromenade gebaut und große Etagenhäuser mit Laden- und Wohnfläche wurden im Hanggebiet errichtet. In der Architektur der Gebäude wurden Stilmerkmale der Gotik, der Renaissance und des Barocks verwendet. Zwischen den Weltkriegen entstanden Backsteinbauten im Heimatstil mit Dächern aus S-Pfannen. Es waren sachliche, gerade Bauten fast streng in der Gestaltung. Der in den 30er Jahren folgende einfache Traditionalismus stellte optische Stilmittel in den Hintergrund. Es wurde ökonomisch gebaut: Der Grundriss des Hauses war schlicht und die im Heimatstil noch mehrflügeligen Fensterfronten verkleinerten sich. In den 50er- bis Mitte der 60er-Jahren entstanden Flachdachbauten aus Beton und Glas. Dieser Trend zog sich bis in die 70er-Jahre, als auch größere Flachdachbauten errichtet wurden. Diese stellten einen krassen Kontrast zur ursprünglichen Bebauung des Hanggebiets dar. Seit den 80er-Jahren wurde versucht das Milieu des Hanggebiets zu erhalten und wiederherzustellen.
Verkehrschaos Blankenese. Ein dauerhaftes Problem in Blankenese sind die zahlreichen Verkehrsprobleme. Besonders betroffen ist der Bereich südlich der Blankeneser Landstraße, denn von hier aus ist Blankenese gewachsen, dementsprechend unstrukturiert wurden, die Häuser in den Hang gebaut, was zu Folge hat, dass die wenigen Straßen eng und kurvenreich sind. Die zahlreichen parkenden Autos (6.254 private PKW zugelassen hier) behindern den Verkehr zusätzlich. Das Hanggebiet, der Hauptteil dieses Bereiches, ist die Hauptursache für die zugeparkten Straßen, da nur zwei Straßen durch das Hanggebiet führen und die meisten Häuser nicht mit dem Auto erreichbar sind. Dies hat zur Folge, daß die Anwohner ihre Autos auf den wenigen Straßen abstellen müssen. Die öffentlichen Verkehrsmittel beschränken sich in diesem Bereich auf Minibusse, da große Busse die Hangstraßen mit bis zu 15% Steigung und die engen Gassen nicht bewältigen können. Für den privaten Autofahrer werden die unzähligen Einbahnstraßen zu einer Herausforderung. Noch schlimmer wird es noch an schönen Wochenenden, wenn zahlreiche Touristen und Ausflügler nach Blankenese kommen und die Straßen überlasten.
Allgemein. Die Behörde für Bau und Verkehr definiert Blankenese in ihrem Flächennutzungsplan von 1997 als Stadtteilzentrum, das heißt, dass Blankenese mit einer "gleichmäßigen, günstigen Versorgung aller Einwohner zur Deckung des kurz- und mittelfristigen Bedarfs"16 dienen kann. Mit einem Wochenmarkt, Bäckereien, Banken, verschiedenen Geschäften etc. erfüllt Blankenese dieses Kriterium. Des Weiteren haben verschiedene Ärzte und fünf Apotheken ihren Sitz in Blankenese, ebenso wie Rechtsanwälte, Steuerberater und Notare. Vieles von dem Obengenannten befindet sich in der Bahnhofstraße, der Geschäftsstraße in Blankenese. Das Ortsamt Blankenese ist in drei verschiedenen Herrenhäusern im Goßlers-, im Baurs- und im Hesse Park untergebracht. Krankheiten werden bei den oben genannten Ärzten und Apotheken sowie im Tabea- Krankenhaus bekämpft. Das Krankenhaus arbeitet seit Beginn 2002 mit dem Krankenhaus Rissen zusammen und wird möglicherweise übernommen. Unter den Ärzten befinden sich natürlich zahlreiche ‘Standard’-Ärzte, wie Haus-, HNO- und Augenärzte. Aber auch Psychotherapeuten, Tierärzte und Chirurgen haben Praxen in Blankenese, zum Beispiel die Blankeneser Privatklinik unter anderem für den Bereich Schönheitschirurgie. Faßt man diese Punkte zusammen, so kann Blankenese die Definition eines Stadtteilzentrums erfüllen. Auch ist Blankenese historisch gewachsen, was ebenfalls charakteristisch für ein Stadtteilzentrum ist.
Schulische Bildung. In Blankenese gibt es 1.953 Kinder und Jugendliche im Alter von drei bis zwanzig. Für die Betreuung und Bildung sorgen neun Kindergärten, drei Grundschulen und drei weiterführende Schulen. Leistungsschwache Schüler können eine Sonderschule besuchen. Es ist davon auszugehen, daß die Einrichtungen auch stadtteilübergreifend Schüler versorgen, da zwei Gymnasien und eine Gesamtschule definitiv mehr Platz als nur für 687 Schüler bieten. Ebenso ist es bei den Kindergärten, neun Einrichtungen für nur 331 Kinder zwischen drei und sechs, und den Grundschulen. 477 Kinder verteilen sich auf drei Grundschulen. Für weiterführende Ausbildungsmöglichkeiten gibt es in Blankenese eine private Kunstschule und eine private Berufsfachschule für den Bereich medizinische Kosmetik.
Die Parks in Blankenese. Die Parks machen einen großen Teil der 8,252 qkm großen Fläche von Blankenese aus. Es gibt zahlreiche öffentliche und weitere private Parks, die für eine allgemein angenehme Atmosphäre sorgen und den nötigen Platz bieten, um ‘mal auszuspannen’. Im Folgenden einige Fakten zu ausgewählten Parks im Stadtteil: Hesse-, Baurs- und Goßlers Park haben sehr ähnliche Entstehungsgeschichten. Bei allen drei Anlagen wurde von reichen Kaufleuten, die von außerhalb nach Blankenese kamen, das Gelände gekauft und große Villen oder Landhäuser darauf gebaut. Dies geschah im 17. Jahrhundert. Seit dem 18. Jahrhundert kaufte die Gemeinde Blankenese viele der Parks auf um sie vor der kontinuierlichen Verbauung der Umgebung zu schützen20 . Der Goßlers Park zum Beispiel hat viel Fläche verloren, auf der heute Privathäuser stehen. Auf die Landhäuser ist heute das Ortsamt aufgeteilt. Es ist allerdings in der Planung, das Ortsamt in näherer Zukunft in der Nähe des Bahnhofes zusammenzufassen. Der Kanonenberg im Baurs Park erhielt seinen Namen von den Kanonen, die zu Lebzeiten des Kaufmannes G. F. Baur mit Schüssen die einlaufenden Handelsschiffe begrüßten. Ein weiterer Park in Blankenese ist der Bismarckstein, ein Berg westlich neben dem Süllberg gelegen, auf dem L. A. J. Richter eine 51m hohe Bismarck-Statue errichten wollte. Er benannte den damals noch ‘Wahlsberg’ heißenden Berg mit der Erlaubnis des damaligen Reichspräsidenten in Bismarckstein um. Jedoch wurde die Statue nie gebaut, stattdessen wurde dort ein Kriegerdenkmal errichtet. Im Römischen Garten kann man eine südländische Atmosphäre genießen, die durch die angepflanzte Vegetation zu Stande kommt. Ich habe dort zum Beispiel Zypressen vorgefunden. Im Park liegt ein Heckentheater, welches typisch für die Reformzeit ist. Ein Heckentheater ist eine Gartenanlage in Theaterform, mit Rasenstufen und Hecken. 1897 erwarb der Hamburger Bankier Moritz N. Warburg das Grundstück des heutigen Römischen Gartens,1951 schenkte er den Park der Stadt Hamburg, für den engagierten Einsatz von Bürgermeister Max Brauer für den öffentlichen Elbhöhenwanderweg. Der wohl imposanteste unter den Parks ist der Hirschpark, welcher offiziell schon in Nienstedten liegt und der Stadt Hamburg gehört, doch die Blankeneser rechnen ihn zu ihrem Stadtteil, da der Park direkt vor ihren Toren liegt. Das Gelände besteht aus drei ehemaligen Bauernhöfen, die der Kaufmann Johann Cesar IV. Godeffroy aufkaufte. Er ließ ein klassizistisches Herrenhaus bauen, in dem er zahlreiche Feiern veranstaltete. Sein Enkel, Johann VI. Godeffroy, ein leidenschaftlicher Jäger, ließ zu diesem Zweck Ententeiche anlegen und hielt sich Fasane, Damwild und Rebhühner. Noch heute gibt es Wildgehege mit Hirschen, die für viele Ausflügler zum Ziel des Spazierganges werden.
Zusammenfassung der Ergebnisse - Fazit. Zusammenfassend wird deutlich, daß Blankenese durchaus ein überdurchschnittlich wohlhabender Stadtteil ist, was sich an Statistiken und dem Bild der Bebauung in großen Teilen Blankeneses zeigen lässt. Menschen des Mittelstandes finden als Minderheit Platz zwischen den protzigen Villen und idyllischen Fischerhäusern mit Elbblick, die nur für viel Geld zu erwerben sind. Die vermutlich preislich günstigen Wohnungen haben häufig eine ungünstige Lage, die Bargfredestraße beispielsweise liegt direkt neben den Bahnlinien. Viele Indizien weisen jedoch deutlich auf die reiche Bevölkerung hin, so gibt es zum Beispiel die oben genannten Privatschulen, deren Unterricht bekanntlich teuer ist. Auch die Privatklinik für Schönheitsoperationen läßt auf eine reiche Bevölkerung schließen. Die großen Villen, teils mit Privatgärten, beherbergen die oberste Spitze der 'Schönen und Reichen'. Es stellt sich natürlich auch die Frage, warum gerade Blankenese zu einem überdurchschnittlich reichen Stadtteil wurde. Schon in der Geschichte begannen, wie oben genannt, reiche Menschen nach Blankenese zu ziehen, um der Großstadt Hamburg zu entfliehen und den schönen Blick auf die Elbe zu genießen. Große Landsitze, die schöne Sicht sowie der Vorstadtcharakter von Blankenese existieren noch heute und locken weiterhin viele Menschen nach Blankenese. Diese hohe Nachfrage bei räumlich bedingt geringem Angebot an Wohnungen mit Elbblick ließ die Preise enorm steigen, eine Wohnung mit Elbblick kann gut das Doppelte wie eine vergleichbare andere Wohnung kosten. Mit Sicherheit spielt die Lage von Blankenese ebenfalls eine Rolle, denn in der Westwindzone, in der auch Deutschland liegt, kann man häufig die reichen Viertel einer Stadt im Westen finden, da die schlechte Stadtluft von dem Wind nach Osten getragen wird und somit die im Westen wohnenden Menschen nicht stört. (Von Benno Hornischer).
Rummelpott.
Am Silvesterabend eines jeden Jahres sammelten sich die Blankeneser Kinder, bevor es die US-Erfindung Halloween gab ...
Da brummte früher der mit einer Schweinsblase überzogene Rummelpott bei nachfolgendem damals von den Kindern gesungenem Lied:
Rummel, Rummel, Rusch, Prost Neejohr sitt in Busch
Geft mi 'n Appelkooken oder 'ne lütte Wost.
Is de Wust to kleen, geft mi twee for een,
Is de Wust to groot, smeckts noch mol so good.
Een Huus wieter, wohnt de Snieder,
Een Huus achter, wohnt de Slachter,
Een Huus wiederan,
Wohnt de Wiehnachtsmann.
hier folgte bei den Kindern eine dezente, aber nicht allzu lange Pause, um danach deutlicher zu werden:
Hau de Katt den Schwanz aff,
Hau em nich to lang aff,
Lot een lütten Stummel stohn,
Denn ick mutt noch wieder gohn.
Der letzte Vers ist nur als wertfreies Zitat (nicht als Meinung eines Tierfreundes) eingefügt. Gemeint ist damit: Egal, womit Du gerade beschäftigt bist: Mach endlich die Tür auf und lass uns nicht länger warten ...
Und wer angesichts unzähliger Gruppen gebenderweise immer noch nicht reagierte (also etwas überfordert war), musste sich schon mal ein lautstarkes, von Enttäuschung geprägtes und damit gnadenloses ...
Witten Tweern, swatten Tweern,
düsse Olsch, de gifft nich geern!
gefallen lassen.

