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Die Chronik Neu-Blankeneses.

1919:
Mit dem neuen Jahr 1919 erfolgte der lange zuvor angedachte Zusammenschluss der beiden Dörfer Blankenese und Dockenhuden, über den man schon vor dem Kriege verhandelt hatte. Zuvor hatten sich bereits Mühlenberg und Dockenhuden zusammengeschlossen. Nun hießen die drei Dörfer zusammen Blankenese und führten den Pfahlewer im Wappen (nach Ronald Holst erst seit 1919). Am 15. August 1919 wurden mangels Bargeld von Gemeindevorstand Heinrich Frahm Gutscheine ausgegeben.

1920:
Nach dem Krieg hatte Deutschland nicht mehr das Sagen und musste sich den Siegern beugen. So wurde der nördliche Teil Schleswigs, der seit dem Krieg von 1864 bis etwa Höhe Ribe (inklusive der Insel Römö) zu Deutschland gehörte, nach zwei Volksbefragungen ab dem 15. Juni 1920 an Dänemark angeschlossen. Dies war ein erstes Zeichen der neuen deutschen Demokratie, denn die Jahrhunderte zuvor war nur gewaltsam besetzt worden und sich von der nächsten Armee wieder herausjagen lassen. Was wäre übrigens aus Sylt geworden, wenn es Römö noch als Alternative gegeben hätte? Der für viele Blankeneser wichtige Hindenburgdamm jedenfalls wurde (nach vier Jahren Bauzeit) erst 1927 eröffnet. Hier in Blankenese führte Gemeindevorsteher Heinrich Frahm im gleichen Jahr eine Kurtaxe mit 7,50 Mark (für zwei Wochen, für eine Vierer-Familie 18,-) ein. Das Jahr 1920 galt mit 410 als das mit der bisher höchsten Anzahl an Schülerinnen am Lyzeum.



1921:
Am 9. Januar 1921 wurde die Straßenbahnlinie Barmbek - Blankenese geschlossen, und am 15. März gab der Gemeindevorsteher Frahm kleine Papier-Notgeldscheine à 10, 20 und 50 Pfennig heraus, weil das Münzgeld gehamstert und zurückgehalten worden war. Ein Motiv war Kaspar Weiß, damals offensichtlich ein guter und trinkfester Freund von Gastwirt Rohr und Vorzeige-Blankeneser aus dem Krumdal. Diese drei Kleingeldzettel waren aber nur kurzzeitig gültig, bis die 'Norddeutschen Nachrichten' von Krögers einen Einziehungstermin veröffentlichten wie auf den Papierschnipseln hinten abgedruckt.

1923:
Am 13. November 1923 brannte das Haus von Kaspar Weiß am Krumdal 7 ab und wurde mit Hilfe von Spenden von Erwerbslosen der Gemeinde wieder aufgebaut. Zwei Tage vor Weihnachten 1923 war bereits Richtfest.
1924:
Gossler- und Hirschpark wurden 1924 von der Gemeinde erworben, obwohl der Chronist Gustav Kirsten in seinem zweiten Buch über Blankenese immer wieder anmahnte, solch Geld lieber für ein Heimatmuseum auszugeben.

1924:
Im Jahre 1924 wurden Gosslers- und Hirschpark (und danach teils parzeliert verkauft, um die Kosten zu halten) angekauft und das private Theater im Römischen Garten angelegt. Am Heiligabend des Jahre 1924 eröffnete Gustav Kirsten im Museum für Kunst und Gewerbe am Steintorplatz zu Hamburg eine Ausstellung "durch etwa 150 Blankeneser Aquarelle und Ölgemälde mit einem Subskriptionsbuche für ein koloriertes Blankeneser Trachtenwerk mit Text, um es durch genügend Subskribenten herstellen zu lassen." Der akribische Kirsten hatte in zwanzig Jahren zuvor die von ihm aufgekauften Trachten abmalen lassen und 1924 des Buch 'Allerlei Interesantes aus Blankenese' mit 62 Erzählungen mit 25 Bildern herausgegeben. Bis zum 1. März 1925 wollte er für sein geplantes Buch je "etwa 35 bis 40 Goldmark" eintreiben (danach mehr) und dies rechtzeitig in einem 'Subkriptionsbuche mit genauen Adressen, Vor- und Zunamen, Stand, Ort, Straße und Hausnummer gefälligst recht deutlich Herrn Professor Dr. Max Sauerland vor dem 1. März einreichen zu wollen."
1925:
Im Jahre 1925 hatte Neu-Blankenese 13.629 Einwohner und 1.113 Hektar Fläche, und die katholische Gemeinde wurde gegründet. Im gleichen Jahr wurde die bei der Norderwerft gebaute Landungsbrücke am Strandweg dem Verkehr übergeben, die bis 1971 im Dienst bleiben sollte. 1925 wurde die 'Villa Schüler' im Römischen Stil am Wilmans Park erbaut.
1926:
Das Gelände Hessepark wurde am 16. Oktober 1926 von der Gemeinde angekauft und teils parzelliert, so dass die westlichen und nördlichen Seiten an Oesterley- wie Bahnhofstraße nun nicht mehr grün waren. Im gleichen Jahre ward die Gasversorgung im Dorfe eingeführt.

1927:
Die Eingemeindung nach Altona am 1. Juli 1927 war zuerst gar nicht so beliebt. Altonas Oberbürgermeister Max Brauer (SPD) hatte als eine seiner ersten Amtshandlungen im Oktober 1924 beantragt, die Regierung möge Altona auf Kosten Pinnebergs vergrößern, und im Sommer 1926 bezog Brauer zudem Blankenese in seine Forderungen mit ein. Diese Absicht stieß in den davon betroffenen Gemeinden keineswegs nur auf Zustimmung: Zahlreiche Eingaben an die Regierung zeugten insbesondere vom massiven Widerstand in Blankenese, denn es war nicht nur der bevölkerungsreichste Teil, er verfügte aufgrund des Wohlstandes vieler seiner Bewohner, die oft in Altona oder Hamburg Firmen besaßen, auch über eine vorzügliche Infrastruktur (Lyzeum und Realgymnasium, Krankenhaus, Pflege- und Kinderheim, eigenes Elektrizitäts- und Gaswerk, Bahnanschluss nach Altona). Auch der Pinneberger Kreisausschuss protestierte heftig und gab eine populäre Werbeschrift (O-Ton "Nicht nach Altona!") heraus. Am 6. Dezember 1927 erwarb der Magistrat der Stadt Altona das Dreehus, Elbterrasse 6, als Blankeneser Heimatmuseum. Im selben Jahre erwarben die Gemeinde auch Baurs Park und Druckereibetreiber Walter Kröger die im Volksmund beziehungsreich 'Engelsburg' genannte Elbburg an der Elbterrasse, wo er sich über die vielen Betten und Paravents wunderte. 1927 wurde die zuerst nach dem 1920 in Blankenese verstorbenen Dichter und Schriftsteller Richard Dehmel benannte, dann 1937 von den Nazis umbenannte Gorch-Fock-Schule eröffnet.

1928:
1928 brannte eine Reihe Reethäuser am westlichen Strandweg nieder, womit sich der Charakter der dörflichen Ufermeile völlig veränderte. Die Chronisten Maike und Ronald Holst berichteten vom 21. März 1928, wo der Koch in Von Appens Strand-Café bei Ostwind seinen Ofen nicht angekam und eine Papierlunte benutzte. Diese setzte die benachbarten Reethäuser (es sollen an die fünf gewesen sein) in Brand. Bei einem Herbststurm wurden die markanten Zwiebeltürme des Schifferhauses zerstört. Im gleichen Jahr stellte Hugo Jensen die kleine grüne Bank kurz vor Schuldts Werft auf, die bis heute in gutem Zustand gehalten und erst kurz nach dem Osterfeuer den Sommer über montiert wird. Ab 1928 sollte eigentlich jährlich die 'Altona-Blankeneser Woche' stattfinden, um die Ortsteile zusammenzubringen, doch es blieb nach unseren Recherchen bei dem einen Mal. Am 17. September begannen die Bauarbeiten am Falkensteiner Hof, der zu einem Golfplatz umgearbeitet werden sollten, der sich mit den englischen Vorbildern messen lassen konnte. In diesem Jahr suchten 693 Blankeneser eine eigene Wohnung.
1929:
Im März 1929 herrschten etwa 30 Grad minus, berichtete Fritz Lachmund. Im Jahre 1929/30 gab die Stadt Altona das bedeutende doppelbändiges Werk 'Vom Werden einer Großstadt 1919-1929' heraus, in dem auch 'Altona-Blankenese' einen ordentlichen Anteil hatte. 1929 wurden rund 250 Schülerinnen mit Schlusszeugnis bzw. dem Reifezeugnis aus dem Lyzeum entlassen.

1930:
Am 7. September 1930 wurde die neue Kirche 'Maria Grün' nach den Plänen von Professor Clemens Holzmeister für 140.000 Mark eingerichtet.

1932:
Im Jahre 1932 bestanden die Inseln im Mühlenberger Loch aus vier Teilen 'Schweinsand' (zwei davon etwa dem heutigen Ness Sand) und dem 'Böhaken'. Die Este kam etwa vor dem Lehmberg (zwischen Mühlenberger Weg und Mühlenberg) heraus. Auf der Linie zwischen Bulln und Este-Ausgang befanden sich die anderen zwei Teile von Schweinsand und von Blankenese aus gesehen dahinter Böhaken. 1932 wurde die Blankeneser Heimatsammlung im Gosslerhaus auf dem Krähenberg gezeigt.
1933:
Im Jahre 1933 ging die von Gustav Kirsten und seinen Mitstreitern zusammengetragene Heimatsammlung an das Altonaer Museum. Das war eigentlich nur vorrübergehend abgemacht worden, bis das Heimatmuseum Elbterrasse fertig war, doch nach dem Tode von Gustav Kirsten im gleichen Jahr fehlte seine Durchsetzungskraft, die mehr als tausend Exponate wieder ins Dorf zurückzuholen. Bis heute hat sich daran nichts geändert.

1935:
Am 2. Juni 1935 weihte Parteigenosse und Elektromeister Eduard Seeburg den Marine-Gedenkstein ein, den viele Leute später für den Bismarckstein hielten.
1937/38:
Mit 18.700 Einwohnern wurde Blankenese dann an 'Groß-Hamburg' angeschlossen. Auch viele Jahre später fuhren die Leute noch "nach Hamburg", obwohl sie längst dazu gehörten. Sucht man in Hamburgs Museen nach Blankenese, wird man erst ab diesem Zeitpunkt ein wenig fündig. Am 1. April 1938 wurde die bis dahin selbständige und bis April 1937 holsteinische Großstadt Altona mit dem Groß-Hamburg-Gesetz eingemeindet, "ein emotionsloser Verwatungsakt," so Winfried Grützner. Im Jahre 1937 wurde an der Oesterleystraße im Hessepark unterhalb der Villa Klünder ein Finanzamt gebaut. Nach den Plänen des Architekten Bensel wurde 1938 im Dorf ein Gemeindehaus gebaut.
1939:
Ab dem 1. April 1939 gehörte der Hirschpark zu Nienstedten. Im Juli wurde der Besitz jüdischen Mitbürger von den Nazis eingezogen.

1940:
Obwohl bereits 1937 von der Stadt Altona genehmigt, wurde das Krankenhaus Tabea auf dem Polterberg erst im Kriegsjahr 1940 fertiggestellt. Entworfen worden war es vom Berliner Architekten Bachmann, und die Bauleitung hatte der Hamburger Architekt Werner Kallmorgen übernommen, der später das Altonaer Krankenhaus baute. Zu Beginn sorgten neunzehn Diakonissen für die insgesamt 75 Patienten. Bis 1959 wurde die Kapazität auf 125 Betten angehoben. Die Filiale des Altonaischen Unterstützungs-Instituts wurde 1940 von der Haspa übernommen.

1943:
Bei einem Bombenangriff in der Nacht vom 2. zum 3. März 1943 wurde die obige Häuserzeile an der Ecke Bahnhofstraße/Auguste-Baur-Straße mit dem Postamt von einer Bombe getroffen. Vorübergehend siedelte man in Notquartiere um, bis man die heute noch als Postagentur eingesetzte alte Villa erwerben konnte.
1944:
Am 22. Oktober 1944 zerstörte eine Luftmine die Gegend nördlich der Gorch-Fock-Schule.
1945:
Am 2. Mai 1945 war der Krieg für Blankenese zueende, denn Hamburg hatte kapituliert, nachdem die Engländer sich bereits auf der anderen Elbseite postiert hatten. Dies eigentlich zu verhindern, waren in Baurs Park, auf dem Bulln, auf dem Bismarckstein und auf den Höhen Falkensteins Fundamente für leichtere Geschütze aufgestellt worden. Die Briten bestzten das Weiße Haus und zahlreiche weitere Villen sowie das hirschpakhaus als Schule und die Lichtspiele (bis 1952).
1947:
In Sagebiels Fährhaus wurde der Blankeneser Bürger-Verein e.V. am 27. November 1947 gegründet.

1948:
Im Jahre 1948 wurde mit dem Wochenmarkt auf dem Lornsenplatz begonnen, der schon bald im Volksmund nur noch Marktplatz hieß. Im gleichen Jahre wurde die Bulln-Befestigung durch vier wuchtige Pfeiler verbessert.
1949:
Im Jahre 1949 wurde der Saal der Johannisburg an der Ecke Mühlenberger Weg/Elbchaussee zum Regina-Kino umgebaut.
1951:
Im Jahre 1951 wurde ein katholisches Schulgebäude neben Maria Grün gebaut. Es in diesem Jahr gab im Ortsamtsbereich Blankenese 73 Postbriefkästen, die mehrmals täglich entleert wurden wie heute nur noch Email-Accounts. Zum 11. Mai 1951 wurde Dockenhudens ehemaliger Felderteil Iserbrook von Blankenese abgeteilt und zum eigenen Hamburger Stadtteil Iserbrook. Unter dem Motto 'Werbung überbrückt Grenzen' veranstaltete der Werbefachverband Hamburg/Schleswig-Holstein e.V. am 19.Mai 1951 'bi Sagebiel in Blankenees' einen wichgien Werbekongress.
1952:
Die Bankiersfamilie Warburg stiftete 1952 ihren Römischen Garten den Bürgern der Stadt Hamburg.

1953:
Seit 1953 fuhr die S-Bahn auch bis Wedel weiter elektrisch. Zur gleichen Zeit wurde die Nummerierung der Elbchaussee umgedreht, also nicht mehr von Blankenese aus beginnend, sondern wie meist üblich, vom Hamburger Rathaus aus. Mit dem Kauf der Villa Grüneck, eines ehemaligen Sanatoriums, entstand im gleichen Jahr die Seemannschule am Falkenstein oberhalb der später 'Philosophenteiche' genannten Wasserwerksbecken.
1954:
Die Einwohnerzahlen von 1954 wurden mit 21.486 Menschen notiert, was aber so aussah, als ob noch der kurz zuvor aus Dockenhuden-Blankenese (und ein wenig Sülldorf) gegründete Stadtteil Iserbrook mitgezählt worden war.
1955:
Im Jahre 1955 besuchte der Schah von Persien Blankenese, aß auf dem Süllberg und ließ sich dann wieder mit einem langen Mercedes 220 S in die Stadt fahren.
1956:
Eröffnung des Luxor-Kinos am Lornsenplatz mit dem Streifen 'Sissi'. Der ehemalige Kutschenstall am Katarinenhof wurde zum Musenstall umgebaut.

1959:
Am 1. März 1959 wurde ein Citybus-Verkehr zum Strandweg per Mecedes 319 eingerichtet, den die Blankeneser schon bald 'Bergziege' nannten. Im Sommer wurde die alte schmale Franzosenpappel am Strandweg 87 gefällt und durch eine breit wachsende Neupflanzung ersetzt.
1960:
Um 1960 herum wurde Blankeneser von 46er auf 86er-Telefonnummern umgestellt. Dabei blieben die letzten vier Zahlen einfach gleich. Noch 1957 hatte 'Zum Bäcker' noch 461786, kurze Zeit später jedoch 861786.

1962:
Die Flutkatastrophe am 16. und 17. Februar 1962 richtete mit 5,70 m über NN auch am Strandweg beträchtliche Schäden an, wie an dem Foto von Schuldts Werft zu sehen. Viele 'vorlandige' Gaststäten-Pavillions waren zerstört worden. Im gleichen Jahr wurde das Sommerbad Marienhöhe eröffnet, das auch Sülldorfer Gebiet lag.

Aufgrund möglicher neuer Fluten wurde die Süderelbe geschlossen, ein wichtiger Bestandteil des vor Blankenese liegenden Mühlenberger Lochs, der zum Wasseraustausch beitrug und so eine Verlandung verhinderte.
1964:
Für Neu-Blankenese wurden 1964 insgesamt 16.739 Einwohner notiert.

1966:
Am 25. September 1966 wurde ein Gedenkstein auf der Vorlandwiese zwischen Mühlenberg und Mühlenberger Weg eingeweiht. Auf der Bronzetafel prangten in deutsch und schwedisch die Worte: "Dank dem schwedischen Volke für Brot in der Not 1946 bis 1950" und "Ett tack till Sveriges folk för bröd i hungersnöd."
1967:
Mit einer stolzen Leihgabe von immerhin fünf Exponaten aus dem Altonaer Museum (von über tausend, die Gustav Kirsten dorthin 1933 nur verliehen hatte) eröffnete Max Brauer am 30. Juni 1967 das Museumszimmer in der evangelischen Altentagesstätte Fischerhaus an der Elbterrasse 4-6.

1971:
Der westliche Bulln-Ponton wurde 1971 samt Aufbau für DEM 1.600,- an den BSV-H-Seglerclub verkauft, wo er bis heute 'Bulln' heißt. Im Herbst wurde die Bausünde Kiekeberg (anstelle des markanten Hesse-Herrenhauses) bezugsfertig.
1973:
Im Jahre 1973 wurde die Polizeiwache an der Sibbertstraße aufgelöst und die Johannisburg an der Elbchausee abgerissen.

1974:
Das Café Schiercks wurde 1974 abgerissen und durch eine heute als Bausünde empfundene Bebauung ersetzt.

1976:
Am 3./4. Januar 1976 gab es eine Sturmflut mit 6,45 m über NN.
1977:
Eröffnung des Hallenbades an der Simrockstraße.

1980/81:
Im Jahre 1980/81 stiftete Axel Caesar Springer den Sven-Simon-Park am Grotiusweg 79 im Gedenken an seinen Sohn. In diesem Jahr wurde auch Krögers Hotel an der Blankeneser Hauptstraße abgerissen, und es gab am 24.11. eine Sturmflut mit 5,81 m.

1984:
Am 29. November 1984 wurden zwei Richtfeuer-Türme 'angesteckt' (eingeschaltet), einer am Strand (weißer Kopf) und das Oberfeuer (roter Kopf) in Baurs Park auf dem Kanonenberg.
1985:
Erstmals gab es am 7.7.85 ein Klönschnackfest auf dem Lornsenplatz.
1986:
Im Jahre 1986 gab die FHH erstmals eine 'Milieuschutzfibel' zum Schutze das Hanggebietes heraus, an die sich aber kaum einer halten mochte, am allerwenigsten die Stadt selbst.
1988:
Im Jahre 1988 ging Sagebiels Fährhaus in die chinesischen Hände von Michael Chen über.
1989:
Im Jahe 1989 bekam der BSC einen neuen Ponton.
1990:
Am 31. Dezember 1990 endete der Süllberg-Gastrobesitz der Famile Hansen-Rohr in der fünften Generation.
1991:
Anlässlich des ersten Golfkrieges errichteten Andrea Peschel und Ulrich Wolf das Anti-Kriegs-Denkmal am Erhebungsstein unterhalb der Doppeleiche am Lornsenplatz.
1993:
Im Jahre 1993 war es vorbei mit 'Hamburg 55', zu dem auch Iserbrook und Sülldorf gehört hatten. Nun bekam Blankenese die Postleitzahl 22587 und hatte eine Einwohnerzahl von 13.879.
1994:
Bei einer spektakulären Süllberg-Ausverkaufsauktion versteigerte Manfred Struck am 19. November 1994 auch den berühmten Schwedenstiefel für DEM 6.500,-, der heute (gestiftet von Udo Keller) in der Altentagesstätte hängt. Am 28. Januar gab es eine Sturmflut mit 6,02 über NN.
1995:
Am Donnerstag, den 31. August 1995 starb Horst Janssen im Alter von 65 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls.

1996:
Am 29. März 1996 kam es zu der wohl größten Demo in der Geschichte Blankeneses, der Illuminierung des Süllbergs, die wir hier aus erster Hand beschreiben. Dass nur wenige Tage zuvor, am 25. März, Jan Philipp Reemtsma am Krumdals Weg entführt worden war, bekam keiner mit. Fast fünf Wochen lang hatten ihn Entführer in ihrer Gewalt und erpressten damit das höchste Lösegeld in Deutschland, 30 Millionen Mark. Im Fall Reemtsma hielten sich alle Journalisten, die trotz der Nachrichtensperre von dem Verbrechen erfuhren, auf Bitten der Polizei und der Angehörigen an das Schweigegebot der Entführer, "auch das war einzigartig in der Geschichte der Bundesrepublik," so der 'Spiegel'.

1998:
Im Oktober 1998 schloss das ehemalige Zollhaus am Strandweg, bekannt als 'Ostermann'.

1999:
Erster Spatenstich zum neuen Süllberg am 12. Mai 1999, nachdem Manfred Struck 1994 eine aufregende Auktion des alten Inventars veranstaltet hatte. 1999 wurde erstmals auch www.krumdal.de ins Internet hochgeladen, nachdem die Idee bei einer Feier mitten auf dem Krumdal vor No. 1 bei Anke Thedens entwickelt worden war.

Das 21. Jahrhundert:
2001:
Im Jahre 2001 feierte das Dorf Blankenese seine 700-Jahrfeier. Der BBV säuberte einen Gedenkstein und ließ daran eine Messingtafel anbringen. Das Mühlenberger Loch wurde zu einem Fünftel zugeschüttet, um Platz für den Airbus A380 zu machen. Eine zuerst noch als Ausgleich versprochenen Süderelbe-Wiederöffnung wurde nie eingelöst.

2002:
Im Jahre 2002 eröffnete der Süllberg unter der Leitung von Karlheinz Hauser nach langer Odyssee. Im gleichen Jahr regten sich Blankeneser Bürger auf, dass Jochim Westphalen eine lange Reihe an Flaggenmasten am Strand aufgebaut hatte. Einige wenige Anwohner erreichten, dass die Masten abgebaut werden mussten, während eine riesige Mehrheit sie haben wollte.

2003:
Im Mai 2003 lösten sich die 'Cap Horniers', der Freundschaftsbund der Kap-Horn-Umsegler auf. Eine aufgeregte Diskussion um den Umbau des Bahnhofs begann zu dieser Zeit, oben zu sehen der schönere Entwurf für den nun 'Erik-Blumenfeld-Platz' genannten Ort. Rund fünfhundert Unterschriften erbrachte 2003 die Initiative 'Unterschrift für weniger Verkehr im Blankeneser Hanggebiet' und wurden der Ortsamtsleiterin Ingrid Harpe übergeben. Ende 2003 betrug die Einwohnerschaft Blankeneses 13.400 Menschen.
2004:
Die drei Überbleibsel der vergangenen Blankeneser Villenzeit in Besitz der FHH Gosslerhaus, Hessehaus und Katarinenhof wurden verkauft. Angeblich war Blankenese in diesem Jahr mit einem jährlichen Einkommen von EUR 94.500,- je Steuerpflichtigem (nach Nienstedten mit 150.000,-, HH-Durchschnitt 32.505,-) der zweitreichste Stadtteil Hamburgs.
2005:
Im Jahre 2005 erneuerte die Firma Fr. Holst die Brücke zum Römischen Garten, die über die private Warburg-Zufahrt führt, sehr aufwändig.

2006:
Das langjährige Wahrzeichen des Strandweges, der Ersatz für den 'Franzosenpappel' genannten Baum (Abbildung der schmalen Vorgängerversion in den 1930ern) soll krank gewesen sein und wurde abgesägt. Im selben Jahre wurde auch das 'Schifferhaus' für immer geschlossen und abgerissen.

2007:
Im Laufe des Jahres 2007 war die Renovierung des Strandweges fertig geworden, um die man sich lange gestritten hatte. Gleichzeitig bildete sich im September des Jahres eine neue Gruppe der Heimatverliebten, der Blankeneser Heimatclub BHC, und das Ortsamt Blankenese wurde aufgelöst.
2008:
Am 27. August 2008 eröffneten die Supermärkte Rewe und Penny den neuen Bahnhof. Aus dem ehemaligen Finanzamt wurde 31. August die evangelische Bugenhagenschule.

2009:
Am 14. Juli 2009 wurde das Gymnasium Willhöden in 'Marion-Dönhoff-Gymnasium' umbenannt. Im Herbst wurde der hintere Strand aufgespült, was große Begeisterung auslöste. Ein Kreisverkehr, die untere Bahnhofstraße als 'Gemeinschaftsstraße' und eine Tiefgarage unterhalb des Lornsenplatzes wurden ungeschickt von der Politik geplant und aufgrund von Bürgerprotesten der Initiative 'Pro Blankenese' begraben, die leider keine Alternativen vorschlagen konnte.

2010:
Zu Beginn des Jahres 2010 wurde das Restaurant 'Am Leuchturm' mit seinem Turm ein Orientierungspunkt am Strandweg 69 geschlossen. Ex-Max-Bahr-Besitzer Peter Mörle kaufte den Süllberg, und im Mai wurde die alte Feuerwache an der Blankeneser Landstraße wieder eröffnet. Im Dezember wurde der Arbeitsponton samt schiefer Dalben am Falkensteiner Ufer entfernt, so dass nur noch das Heck von 'Uwe' und der hölzerne Rumpf von 'Polsternan' an Harmstorfs Abwrackerei erinnerten. Die Einwohnerzahl dieses Dörfchens betrug laut Statistikamt Nord im Jahre 2010 insgesamt 13.303 Nasen.
2011:
2011 wurde im Rahmen der Speicherbecken-Öffnung (Wasserwer-Ostseite) zur Elbe auch ein kleiner Park vor dem alten Maschinenhaus des Wasserwerks namens 'Elbpark' angelegt. Nach Jahren der Pausierung wurde das beliebte 'Klönschnackfest' auf dem Lornsenplatz wieder belebt, diesmal vom Landhaus Flottbek. Das ehemalige 'Geick' wurde abgerissen. Erstmals kam ein Buch von Stadtteilarchiv Blankenese und krumdal.de heraus, die 'Edition 1301' zum Süllberg-Jubiläum.
2012:
Für das Jahr 2012 war ein Jubiläum angesagt, von dem ich nicht weiß, ob es mit Freude gefeiert wird: 75 Jahre Zugehörigkeit dieses Holsteiner-Dörfchens zu Hamburg. Die Süllberg-Gastronomie gab es nun seit 175 Jahren.
MEHR: Die Chronik Alt-Blankeneses vor 1919 hier ....
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