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Das Blankeneser ABC.

Vor Jahren gab es mal die Broschüre 'Blankeneser ABC', eine gute Idee, der wir ein wenig folgen wollen und künftig mit Leben füllen wollen. Ziel sollte sein, dass man halbwegs weiß, wovon Blankeneser reden, wenn sie diesen oder jenem Ausdruck verwenden. Gern Erweiterungen und Verbesserungen mit Ihrer Hilfe und Ihren Ideen, einfach E-Mail schicken oder anrufen ...



A

Altes Blankenese: Man muss sich die Keimzelle von Blankenese in etwa so vorstellen: Friesische Fischer (vielleicht auch Nachkommen der Wikinger, die nach ihrem Überfall Hamburgs diesen Fleck noch in guter Erinnerung hatten) fanden mit ihren Booten den seichten Landungsbereich im flachen Gebiet des heutigen Phillippstromes und siedelten dort ohne großen Kontakt zu den sächsischen Bauern oben in Dockenhuden. Es darf sogar bezweifelt werden, dass die beiden Völkchen über die gleichen Sprachen kommunizieren konnten. Erst der gemeinsame Kirchgang einiger weniger Gläubiger durch das Mühlenberger Tal auf dem Elbhochufer vor dem heutigen Hirschpark und dem Beausite-Schloss entlang zur 1750/51 erbauten Nienstedtener Kirche dürfte erste Kontakte ergeben haben, die zu mancher Vermischung führten. Das durch die seit der Eiszeit stattfindende Entwässerung der umliegenden Hügel über Eiland und Kahlkamp eingeschnitte Tal, durch den Süllberg gut geschützt vor den Westwinden, war ideal zur Siedlung. Vielleicht musste man sich ein Dörfchen wie an der Teufelsbrücke (elbaufwärts) vergleichbar dem frühen Blankenese vorstellen. Auch hier gab es gutes Trinkwasser, Schutz vor dem Wetter und Nahrung nicht nur als Fisch, sondern auch per Landtieren, die man auf dem früher weit größeren nasenfömigem Vorland von weißer Farbe weiden lassen konnte, das dem Ort den Namen geben sollte.





Altona Waterworks York & Co: Am Falkensteiner Ufer wie oben auf dem Baurs Berg (der höchsten Erhebung Hamburgs) wurde ein zusammenhängendes Wasserwerk für die Stadt Altona gebaut, dass vom englischen Ingenieur James Wilson geplant wurde.





Architektur: Das in letzter Zeit Schärfste in Sachen neue Architektur steht am Anna-Hollmann-Weg 12. Wem es gehört und wer der Architekt war, weiß ich nicht, erzählen Sie es mir .... S. Tiedmann konnte helfen mehr .... Haben Sie noch mehr Vorschläge für erwähnenswerte Architektur?





B

Badeschiff: Zwischen 1888-1901 von Johannes Andreas Breckwoldt etwas elbabwärts vom Bulln gelegen.

Bäcker: Gasthaus am westlichen Strandweg, 1991 'Bäcker Borracks' als Italiener, 1992-1997 als 'Müllers Elbblick' klassisch, inzwischen vom Hausbesitzer betrieben.

Bahnhof: 1867 auf dem Gebiet von Dockenhuden eröffnet.

Bankenviertel: Gebiet der Bahnhofstraße zwischen Godeffroystraße und Landstraße.

Bargheer, Eduard: Maler (1901-1979) am Rutsch 2.

Bäume: Den Großteil der Bäume verdanken wir den Anpflanzungen der verschiedeneen Godeffroy-Generationen im 19. Jahrhundert. Zuvor hatten die Bewohner alles Brennenswerte verfeuert und nicht nachgepflanzt.

Baur, Auguste: Spendierte das Grundstück des evangelischen Kirche auf Dockenhudener Grund.

Baurs Berg: 1859 gebautes Wasserwerk auf Blankeneses höchstem Punkt an der heutigen Kösterbergstraße.





Baurs Park: Auf dem kahlen Schwalkenberg aus vier Teilen (erworben 1802, 1812, 1815 und 1817) entstandener Park, heute teils parzelliert. Drei Tempel (offen und rund mit acht Säulen, geschlossener Rundbau und kleiner dorischer Tempel) im östlichen Teil, Allee, künstliche Turmruine und Chinesischer Turm wie Schirm im Westteil.

BBV: Bürgerverein, aus verschiedenen Vereinen hervorgegangen, 2012 etwa 400 Mitglieder, davon "rund zehn Teilnehmer an Hauptversammlungen, davon die Hälfte Vorstandsmitglieder;" so der zweite Vorsitzenden Eggeling im O-Ton im Januar 2012.





Beausite: Schlossähnlicher Neogotikbau, bestand von 1855 bis 1935 und wurde von Auguste de Meuron gebaut, Auftraggeber war der Hamburger Senator Gustav Godeffroy, 1817-1883, jüngerer Bruder von Caesar VI (Hirschpark) und Peter G. (Weißes Haus). Über das Privatgrundstück führte die Verlängerung des Blankeneser Kirchenweges (auf dem Geestrand), von dem noch heute noch scheinbar das verwunschene Gelbklinker-Gärtnerhaus (No. 423) mit den Türmchen am ehemaligen Nebeneingang an der Elbchaussee (ich denke auch die Gelbklinkermauer gegenüber dem Friedhof) zeugt. Der Haupteingang (damals No. 148) dürfte gegenüber der Winkelmannstraße an Elbchaussee 443 gewesen sein, aber auch die heutige Elbhöhe gehörte dazu. Beausite gehörte eigentlich nie wirklich zu Blankenese, aber stets zum Kirchgang ('Leichenweg', unten rechts auf dem Bild zu sehen) unserer Vorfahren. Und irgenwann hat der geschäftstüchtige Senator Godeffroy einen schlauen Vertrag mit der Gemeinde geschlossen, dass der Blankeneser Kirchenweg an der Bost als eigenständiger Nebenweg (kein ordinärer Fußweg, sondern durch Bepflanzung von der Straße getrennt) umgelenkt wurde und dann diagonal (von In de Bost zur Elbchaussee) Richtung Kirche zwischen den Häusern durchführte. So konnte er die Straße Elbhöhe anlegen und sein Grundstück gewinnbringend parzellieren. In diesem Rahmen dürfte auch Gartmanns Treppe entstanden sein.

Begöschen: Bauchpinseln, loben, hiermit bei Ihnen getan. ;-)





Bergziege: Kleiner 48er-Bus durch das Treppenviertel, hier eine 319er-Flotte.

Bermudadreieck: Gar gefährlich Gegend zwischen Köpi, Zur gemütlichen Ecke/BWC/Evergreen und Linde.

BHC: Blankeneser Heimat Club, Runde zur Historie, etwa 40 - 50 Interessierte mit einem Kern von 15 - 20 Personen monatlich, siehe Blankeneser Heimatclub.





Bismarcklaube: Schutzhütte im Gemeindepark, siehe Bismarckstein.





Bismarckstein: Gegenüber dem Süllberg gelegener Gemeindepark, auf dem ein riesiges Denkmal gebaut werden sollte, doch die Hamburger waren schneller, wenn auch nicht größer, siehe Bismarckstein.





Blanckeneser Ordt: Ehemaliges Vorland, von der Mandränke fortgespült.

Blankeneser Kirchenweg: Wie der bis Blankenese reichende Tinsdaler Kirchenweg Fußweg zur Nienstedtener Kirche, der einzigen in dieser Gegend. Gehen wir davon aus, dass derartige Strecken nur zu besonderen Anlässen gemacht wurden und nicht jeden Sonntag. Ehemals ging der Weg über das Beausite-Grundstück.

Blankeneser Tennisclub: Am Hirschpark, seit 1939 nicht mehr zu Blankenese gehörig.

Blankeneser Verschönerungsverein: Ein 1913 gegründeter Vorgänger des BBV.

Böhaken: Sandbank im Mühlenberger Loch, 1940/41 weggebaggert.

Borkenkäfer, argentinischer: Wurde durch eine Fabrik am westlichen Mühlenberg-Ausgang eingeführt und ernährte sich aus den schönen Blankeneser und Dockenhudener Park-Aufforstungen. In dem südamerikannischen Holz befand sich auch mal eine Schlane, die an den Zoo übergeben wurde.

Bost, die: Herrenhaus von 1828 unterhalb des Hirschparks, heute in Oetker-Besitz.

Brackwasser: Mischung aus Süß- und Salzwasser, das die Nordsee zur Zeit bis etwa Stade herraufbringt. Es ist zu vermuten, dass das Brackwasser nach einer vollständigen Ausbaggerung bis etwa Wedel kommt.

Brücken in Blankenese: Davon gibt es in Blankenese ein paar versteckte. Die Brücke über den Grünen Weg baute wahrscheinlich Max von Schinckel, als er seine beiden Parkhälften verbinden wollte. Zu erwähnen ist auch die aufwendige Brücke, um über die Privatstraße von Warburgs in den Römischen Garten zu kommen. Auch den Übergang über die Elbterrasse zur Elbburg gibt es noch wie auch die grüne Brücke gegenüber Krumdal 14, wo es darunter einen öffentlichen Weg hinauf zur Ecke Süllbergterasse/Elbterrasse gab, der dann von den Gründstücksbesitzern etwa 1926 gekauft und langsam zugeschüttet wurde. Der heutige Besitzer will den ehemaligen Einschnitt unter der Brücke bald wieder herausarbeiten, wenn seine neue Mauer fertig ist, erzählte er im März 2011. Auch über die ehemalige Parkstraße gab es vom heutigen Hessepark einen Übergang, unter dem das einfache Volk hindurch konnte, ohne die Herrschaften zu stören. Bis 1939 zu Blankenese gehörte auch der Übergang über den Blankeneser Kirchenweg in Godeffroys Park.

BSC: Blankeneser Segelclub.

Bücherhalle: Ehemalige Ausleihung am Katharinenhof.





Bünn: Wasserdurchfluteter Kasten in der Mitte der Fischerboote.

Bulln, der: Schiffsanleger in der Elbe, Name soll von der wuchtigen Form der ersten Version herrühren, die sich wie ein Bulle gegen die Tide stellte, siehe auch Bulln.

Bullnparty: Kurzfristig auf Zuruf veranstaltete Party bei Ela auf dem Bulln, auf der meist bis zur 'Blauen Stunde' direkt über der Elbe abgetanzt wird.

Butterberg: Die alte Bezeichnung wurde von Caesar Godeffroy in Falkenstein (nach dem Familienwappen) umbenannt.





C

Café Schircks: Ausflugslokal am Beginn der Hauptstraße, 1971 abgerissen.

Cap Horniers: Freundschaftsbund der Kap-Horn-Umsegler auf dem Bulln und bei Bill, 2003 aufgelöst.





Charlottenruh: Gedenkstein am Elbwanderweg oberhalb Wasserwerk für Charlotte und Moritz Warburg.





Chinesischer Turm: Eines der Bauwerke in Baurs Park. Wer die Pagode besichtigen wollte, musste sonnstags vier Schilling zahlen, die an die Armen gehen sollten.

Claermont-Haus: Ehemalige Springer-Villa am Grotiusweg.



D

Dehmel, Ida & Richard: Seit 1902 hier im Dorfe lebender Schriftsteller (1863-1920), einer der bedeutendsten deutschsprachigen Lyriker seiner Zeit. Von seinen Fans und einem Freundeskreis wurde ihm das von dem bedeutenden Hamburger Architeten Walther Baedecker 1911 gebaute Haus an der Westerstraße No. 5 zum 50. Geurtstag geschenkt. Architekten und Künstler wie Henry van den Felde, Peter Behrens und Emil Orlik hatten es ausgestattet. Die heutige Richard-Dehmel-Straße Nummer 1 wurde zum Treffpunkt bedeutender Persönlichkeiten von Kunst und Kultur. Ehefrau Ida Dehmel setzte sich engagiert und couragiert für die Frauenrechte ein. Es scheint das einzige original ehaltene Dichterhaus in Deutschland zu sein und wurde einige Zeit von Claus Grossner behütet, der 2011 starb.

Deutscher Krug: Ehemalige Gaststätte an der Blankeneser Landstraße 4.

Dockenhuden: Sächsisch-germanisches Dorf als Dochimhude oberhalb vom Treppenviertel, seit 1919 mit Alt-Blankenese vereinigt.





Dockenhudener Hof: Großes Ausflugslokal an der Ecke Mühlenberg/Elbchaussee, heute ESSO-Jäger.

Doppeleiche: Symbol der Holsteiner für das 'Up ewig ungedelt' von Schleswig und Holstein, in Blankenese am Lornsenplatz neben dem Gedenkstein.



E

Ehrenberg: Erster Heimatforscher der Elbvororte.

Eiszeiten: Warum ist ausgerechnet das Gebiet zwischen Rissen und Hamburg so voller Sandhügel? Das hiesige Ufer wurde von drei Vorstößen der Saale-Eiszeit geformt. Die Grundmoräne des ersten Vorstoßes erreichte Tinsdal und Wittenbergen, der zweite modellierte als Stauchmoräne die Blankeneser Höhenzüge und wies keine Grundmoränendecke auf. Dies bewies, dass die Weichsel-Eiszeit nur bis zur Elbe kam. Der dritte Vorstoß lag bei Dockenhuden als Grundmoräne. Der Eiszeiten-Abfluss formte das Urstromtal der Elbe rund dreißig Meter unter dem heutigen Talsolen-Niveau. Während der vorletzten Wärmeperiode (Holstein-Warmzeit) war das Meer bis in diese Gegend vorgerückt, denn bei einer Bohrung in den 1980ern fand man Ablagerungen von Austernschalen.

Ela: Wirtin des östlichen Lokals auf dem Bulln.





Elbburg, auch Engelsburg: 1891 erbaute zweifelhafte Villa an der Elbterrasse/Süllbergterrasse, heute einer der Wohnsitze von Otto Waalkes.

Elbchaussee: Dass die Elbchaussee von Hamburg und Altona her ihrer Bedeutung heute glich, darf bezweifelt werden, denn sie bediente eher die wohlhabenden Villenbesitzer über dem Elbbstrom als eine Art Privatstraße, woher übrigens auch der Name Schlagbaumtwiete (am Halbmond) herrührte. Auch musste man sich heute vorstellen, dass sich die reichen Kaufleute stets durch die schöne Allee des heutigen Hirschparkes fahren ließen und somit an der Kreuzung Gätgenstraße/Mühlenberg rauskamen statt an der heutigen Esso-Tankstelle. Während die gesamte Elbchaussee großzügig angelegt wurde, dürfte der heute eher enge und kurvige Elbchaussee-Bereich an der heutigen 'Elblounge' erst mit der Aufteilung der Godeffroy-Besitztümer eingerichtet worden sein.

Elbkurhaus: Ehemaliges Hotel und Gasthaus in Mühlenberg.

Elbpark. Seit 2011 gibt es einen kleinen Park vor dem alten Maschinenhaus des Wasserwerks.

Elbparty: Alljährlich über Mund-zu-Mund-Propaganda ausgetragene Ü30-Party nahe dem Unterfeuer Wirttenbergen am letzten Sonnabend vor den großen Ferien.

Elektrizitätswerk: 1900 an der heutigen Sibbertstraße erbaut.





Erhebungsdenkmal: Aufstand der Dockenhudener (die Blankenser wollten mehrheitlich lieber im Schutze des Danebrogs fischen, denn Preußen besaß kaum Schiffe) Bauern gegen die Herrschaft Dänemarks 1848-49, Denkmalstein plus Doppeleiche am Lornsenplatz.







Erholung, Zur: Ausflugslokal an der Elbchaussee, heute Baurs Park.

Ewer: Schiffsform, typisch für das alte Blankenese.





F

Fähre: Über die heutige Elbchaussee ging es hinunter die Blankeneser Hauptraße zur Grube. Diese heutig schmale Treppe führte hinunter an das Elbufer und dürfte weit breiter gewesen sein. Ob eine Art Hauptraße überhaupt weiter als bis zum Fährhaus führte, mag auch bezweifelt werden. Die breite Tidenelbe bildete eine natürliche Grenze zwischen dem Festland südlich und der Kimbrischen Halbinsel mit Jütland oben. Sie dürfte viel breiter, dafür aber auch weit flacher als heute gewesen sein und bei Ebbe wahrscheinlich sogar als Furt zu queren gewesen sein. Ganze Ochsenherden dürften wohl nur schwer auf eine kleine Fähre damaliger Zeit zu kriegen gewesen sein. Die bis zur großen Manndränke-Flut (1634, mitten im Dreißjährigen Krieg) weiße Vorland-Nase, die dem Dorf den Namen gegeben hatte, stellte hier an dieser Stelle eine der raren natürlichen Möglichkeiten der Elbquerung ohne Brücke (oder gar heutiger Tunnel) dar. Wie weit die Konkurrenz von Schulau mit seinem Ochsenmarkt eine Rolle spielte, ist heute schwer zu bemessen. Die Elbfähre, die vom heutigen Fährhaus Sagebiel aus kontrolliert wurde, stellte eine wichtige Elbquerungen dar. Direkt unter Sagebiel befand sich das Zollhaus und auch ein Gefängnis. Die erfahrenen Seeleute Blankeneses verdienten ihren Lebensunterhalt dort auch als Fährleute, was aber 'imagemäßig' nicht besonders geachtet wurde, weil unter den Schiffern nur 'die See' (zumindest aber die Unterelbe) zählte.





Falken: Die Ortszeichnungen mit diesem Vogel vorweg stammten von den Godeffroys, die diesen in ihrem Wappen führten, siehe auch Falkenstein. Butterbarg, Plums Mühlen und andere Blankeneser Örtlichkeiten wurden gekauft und umbenannt.

Falkenstein: Vielleicht feinste Blankeneser Höhe am Tafelberg.

Fernverkehr: Ursprünglich bestand dieser hauptsächlich aus jütischen Ochsen auf ihrem Weg nach Flandern und vielleicht ein paar 'Großkopferte' mit Pferd und Wagen, führte durch Dockenhuden von der heutigen Schenefelder Landstraße, dem seinerzeit weit bedeuteren Ortseingang Frahmstraße/Hasenhöhe/Simrockstraße (von Rellingen/Schenefeld aus) oder der heutigen Manteuffelstraße als Chaussee Richtung Altona (wo später auch die elektrische Straßenbahn fuhr) durch das Zentrum Dockenhudens vorbei an der heutigen Schlachterei Meinert (ehemalige Schule) in Richtung Elbufer.





Feuer: Am 13. November 1923 brannte das Haus Krumdal 7 ab und wurde mit Hilfe von Spenden von Erwerbslosen der Gemeinde wieder aufgebaut. Zwei Tage vor Weihnachten 1923 war bereits Richtfest.





Feuerwehr: Im September 1878 wurde eine gemeinsame Freiwillige Feuerwehr für die beiden Dörfer gegründet. Eine erste Station bestand zwischen Auguste-Baur-Straße und Bahnhofstraße, erzählt man sich, doch Volkert Sörensen bestätigte den Platz am Spirtzenweg am heutigen Sörensenweg. Im Jahre 1922 kaufte die neue Doppelgemeinde die ehemalige Remise an der Blankeneser Landstraße und siedelte ihre Feuerwehrwache dort an. Später wurde daraus eine Berufsfeuerwehrwache, so dass die freiwillige Wehr auf das südlich zur Oesterleystraße gelegene Gelände in eine Zweckhalle zog. 1976 kam die Berufsfeuerwehr nach Osdorf und ließ nur noch die Rettungswache hier, die 2007 an den Sülldorfer Brooksweg zog. 2009 wurde die 'alte/neue' Freiwillige Feuerwehr wieder im westlichen Teil eingerichtet.

Fietentown: So wurde das friesische Blankenese von seinen sächsischen Nachbarn aus Dockenhuden abfällig genannt, die aufgrund ihrer patriotischen Einstellung zur schleswig-holsteinischen Erhebung 1848 gegen Dänemark 'Parajotten' genannt wurden. Blankenese als Fischerort fühlte sich unter dem schützenden Danebrog wohl, während die Bauern frei sein wollten.





Fischerhaus: Ursprünglich am 2. September 1927 von Klempnermeister Friedrich Holländer, Katharina Margarethe Weiss und Martha Margarethe Schnudt (Dreehuis!) von der Stadt Altona für RM 13.000,- als Museumsgebäude angekauft, wird von der evangelischen Kirche als Altentagesstätte verwendet. Es gibt einen Raum mit Blankenese-Utensilien. Auf der östlichen Tür sind elf Fische aufgemalt.





Flakbatterie: Neun Fundamentfüße am Falkenstein vor dem Friedensinstitut, um die amerikanischen und englischen Bomber auf ihrem Flug nach Hamburg zu 'begrüßen'.

Flors Park: Zwischen Mühlenberg und Weißem Haus gelegen, nach Robert Flor (1794-1874), Ehemann einer Godeffroy-Tochter. 1632 soll es sechs Fischteiche darin gegeben haben, erzählte Hugo de Groot. Heute zeugt davon nur noch die Mauer Am Abhang/Gartenweg. Dahinter befindet sich ein Teich.

Flutmarke: Am 3. Januar 1976 erreichte die Elbe einen Höchststand von 6,35 m über Normalnull.

Forsthaus: Gastronomie östlich unterhalb des Süllberges an der Süllbergtersasse.

Franzosenpappel: Im August 1959 gefällte schmalwüchsige, angeblich von den Franzosen gepflanzte Pappel an Strandweg 87, ersetzt druch eine breitwüchsige und mit Strandweg-Instandsetzzung 2007 gefällt.

Fred: Wirt von 'Zum Falkenstein' an der Kösterbergstraße.





Friedensforschungsinstitut: 1971 gegründetes Gelände am Falkenstein 1, das bis 2007 benutzt wurde und nun leer steht, man erzählt sich von Geheimdienst-Vorgängern.





Friedenseiche Blankenese: Gedenkstein mit Baumpflanzung zum Krieg 1870/71 am 2. September 1895, an der Kreuzung Bahnhofstraße und Norderstraße.





Friedenseiche Dockenhuden: Baum und Gedenkstein zum Krieg 1870/71 an der Gätgenstraße.

Friedensinstitut: Falkenstein 1, zuvor Herberge der 'Schlapphüte' (Nachrichtendienste), wie man sich erzählt, 2010/11 leer.

Friedhof: Bis 1902 gehörte Blankenese diesbezüglich zu Nienstedten, nach dem Bau der evanglischen Kirche wurde ein 0,4-ha-Gelände von Ellerbrock in Sülldorf angekauft.



G

Gabione: Wozu wir 'Althergebrachten' noch 'das Stack' sagen, heißt heutzutage im Behördendeutsch 'die Gabione'. Wikipedia dazu: "Vom Militär werden sie auch als Schanzkörbe bezeichnet und waren im Mittelalter aus Weiden geflochten. Ursprünglich sollten sich die Fugen mit Boden vollsetzen und der Draht verrotten. Heute sind die Käfige aus verzinktem Stahl gefertigt, so dass sie über mehrere Jahrzehnte stabil bleiben. In der italienischen Sprache bedeutet gabbione (mit Doppel-b) großer Käfig." Nun wissen wir das also auch ...

Geografische Mitten: Die Mitte des alten Blankenese lag am Fuße des Wasebergs (also am Ende der Kreekbahn), die des alten Dockenhuden etwa nördlich des Gosslerhauses, und das geografische Zentrum des aktuellen Blankenese liegt an der Kreuzung Falkentaler Weg/Blankeneser Landstraße, also am Startpunkt der Kreekbahn. Das Rüschen also traditionell als Zentrum Blankeneses?





Godeffroy: Hugenottische Kaufmannfamilie, der zeitweise das gesamte Gebiet zwischen Nienstedten und Baurs Park gehörte. Caesar IV. beauftragte den 33jährigen dänischen Landesbaumeister Christian Frederik Hansen mit seinem ersten Privatauftrag (siehe oben) und sein Bruder Pierre ließ von Hansen das Weiße Haus bauen. Dazu kamen riesige Ländereiern am Falkenstein (Namensgeber Wappenvogel der G.) und Iserbrook. Den Godeffroys (besonders Sophie, geb. von Witzendorff) ist es größtenteils zu verdanken, dass auf den ehemals kahlen Geesträndern heute Bäume stehen, denn sie ließen auf die sandigen Böden Marschenerde aufbringen. Den 'anständig Gekleideten' erlaubte es Godeffroy, durch seinen Park zu flanieren, wenn sie dem Gärtner ein Trinkgeld gaben. Der Godeffroy-Besitz mit dem Hirschpark gehörte zwar nur von 1919 bis 1939 zu Blankenese, doch befindet sich als solches in den Herzen.

Godefffroys Park: Zur Zeit von Wriedts Park am Weißen Haus.





Gosslerhaus und Gosslers Park: Nördlich der Blankeneser Landstraße gelegener Park mit griechischem Säulenpalast (von Christian Frederik Hansen 1794/95) im Stile des Partenon von Athen für John Blacker. Um Kosten zu sparen, bestanden die imposanten Säulen aus Baumstämmen, die mit Stroh ummantelt wurden, was die Maurer dann schick verputzten. Später vom Besitzer John Henry Gossler (1849-1914) nach einem Brand 1902 in seiner Figur neu aufgebaut und mit Dachaufsatz versehen, 1924 von der Gemeinde erworben und als Ortsverwaltung genutzt, inzwischen Zeit-Stiftung.

Grenzen: Die Grenzen des Dorfes Blankenese haben sich mehrfach verändert und reichten zwischen 1919 bis 1951 bis an die Grenze zu Schenefeld rauf. Wer den Hirschpark zu Blankenese zählt, liegt bereits seit 1939 falsch.

Grotten: Künstliche Grotten gab es in Baurs Pakr wie auch im südlich der ehemaligen Parkstraße gelegenen Parkteil von Klünder/Hesse.

Gruft: Mit Busch und Heide ausgelegter Postweg (zwischen Hauptstraße und Strand, heute Grube), der 1745 derartig ausgewaschen war, das der Fährverwalter Müller um Hilfe bat.



H

Harmstorf: Bergungsfirma am Falkensteiner Ufer.

Hemmingway: Ehemaliger Treffpunkt zwischen Hoher Weg und Hauptstraße.





Hesse, George Heinrich: Besitzer des ehemaligen Klünder-Geländes, das die Gemeinde 1926 kaufte und teils parzellierte. Das uns als Hessehaus bekannte Bauamtsgebäude war vor Hesse Klünders Gartenhaus, worin sich heute ein Kindergarten befindet.

Hirschpark: Von Caesar IV Godeffroy angelegter privater Tierpark, 1924 von der Gemeinde gekauft und teils parzelliert verkauft.





Haupttal: Oberhalb von der ursprünglichen Landung am späteren Knüll, im Haupttal zwischen der heutigen Hans-Lange-Straße und der mittleren Blankeneser Hauptstraße, fand auf dem Alten Marktplatz das Dorfleben statt. An der Ecke Krögers Treppe/Hauptstraße traf man sich am dortigen Brunnen zum Waschen. Viele kleine Läden entstanden, um den täglichen Lebensbedarf zu sichern. Das Haupttal war durch ein Netz von Treppen verbunden, die zwar heute noch öffentlich sind, jedoch still und leise verschlossen wurden. Es geht auch das Gerücht, dass es einen Bauamtsleiter gab, der die Grenzen ein wenig verschob und Wege schloss, damit noch ein Haus für ihn dazwischen passte.





Holstein: Landesteil, dem sich Blankeneser eher zugehörig fühlen als zur Zwangseingemeindung im 'Großhamburg-Gesetz' der Nazis 1937. Das Nesselblatt mit den Nägeln stammte von den Schaumburger Grafen, bei deren Stammburg im Weserbergland viele Brennnesseln wuchsen.



I

Inge und Peter: Lokalität an den 'Philosophenteichen', sprich unten am Wasserwerk.



J

Janssen, Horst: Zeichner und Schriftsteller am Mühlenberger Weg (geb. 1929). Am Donnerstag, den 31. August 1995 starb Horst Janssen im Alter von 65 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls.

Johannisburg: 1973 abgerissenes Hotel mit Regina-Kino an der Elbchaussee, an dem die ehemalige Straßenbahn endete.

Juergens, Manfred W.: Maler und Fotograf (Jg. 1956), dem krumdal.de viele besonders schöne Fotos verdankt.

Jugendherberge: Tinsdaler Kirchenweg, später Kinderheim am Björnsonweg, 2010/11 leer.



K

Kaffeeburgen: Herrenhäuser auf dem Tafelberg.





Katharinenhof: Herrenhaus im östlichen Baurs Park, erbaut 1829 bis 1836, später Ortsamt, heute privat.

Katzenberg: Vorspringender Hügel an Ingwers Weg.



Kimbrische Halbinsel: Jütische Nase zwischen Elbe und Skagen, benannt nach dem Kimbern. Oben die verschiedenen angedachten Kanal-Querungen.

Kirchen, drei: Evangelische 1896, erbaut auf dem Gebiet von Dockenhuden, siehe auch Oberland und Dockenhuden, Katholische Maria Grün an der Schenefelder Landstraße und Neuapostolische an der Godeffroystraße. Die neuere Michaeliskirche der Christengemeinschaft direkt am westlichen Eingang der Führungsakademie an der Schenefelder Landstraße liegt bereits auf Nienstedtener Gebiet.

Kirchgang: Aus Richtung Pinneberg kam die Chaussee von Blankenese/Dockenhuden aus Richtung Wedel über Rissen. Es ist anzunehmen, dass die Bauern aus Rissen nach Wedel zur Kirche gingen, denn Nienstedten schien schon zu weit. Doch der Tinsdaler Kirchenweg, der bis zum Falkentaler Weg reichte, zeugte davon, dass man sich zumindest von Tinsdal nach Nienstedten orientierte. Ob man außerhalb von Beerdigung und Taufe überhaupt ging, ist nicht zu beschreiben. Mit den Zwangseingemeindungen nach Altona und später Hamburg wurde inmitten des Kulturgebiets Wedel/Rissen eine Landesgrenze gezogen, und das letzte Dorf lag nun ganz am Rande.

Kirsten, Gustav: Heimatforscher (1846 - 1933) und Sammler des Blankenese-Teils des heutigen Altonaer Museums, der nach dem Tode des Initiators 1933 nur leihweise nach Altona ging, weil es hier im Dorf keinen Raum dafür gab sowie ein engagierter Nachfolger für Kirsten fehlte. Das hat sich bis 2011 nicht geändert.

Klöndör: Zweiteilige Haustür, die mal zum 'Klönen' auch nur oben öffnen konnte.





Klünders Garten: Besitzerfamilie (gest. 1848/49) eines großen Anwesens inklusive den heutigen Schinckels-, Wilmans und Hesse-Parks, die auch als Wohltäter und hiesiger Einführung der Blattern-Impfung bekannt wurde. Die Blankeneser Mühle, auch Klünders Mühle genannt, befand sich auf dem Hügel oberhalb der späteren Kahlkamp-Schule (heute Oesterleystraße). Dass Klünders Garten allerdings nur dem heutigen Hessepark entsprach, wie viele 'Eingeborene' meinen, mag anhand der zwei bekannten Ansichten bezweifelt werden. Dieses gezeichnete Gebiet schien eher die Hügel um die heutige 'Villa Schüler' am Wilmans Park darzustellen, wo es nicht nur zum dänischen Baugeschäft Sörensen einen Abgang namens 'Spritzenweg' gab, sondern auch einen zur Schule am Kahlkamp. In der Mitte, direkt auf der kleinen Spitze (siehe Abbildung), entstand dann später die bekannte römische Säulenvilla, die auch Karl Lagerfeld (unter dem Namen JAKO) einmal besaß. Wahrscheinlicher ist es, dass sowohl der heutige Hessepark (inkl. der Straße Hessepark) wie auch das beschriebene Gebiet zu Klünders Besitz gehörten. Die 'Latifundien' gingen bis über den späteren Wilmans Park hinaus bis an die heutige Schinckels Wiese. Es gab Quellen, die von einer Brücke über den Weg Kiekeberg hinüber erzählten, wo es südlich auch noch Klünder-Besitz gab, wo heute die ungeliebten (zumindest von den Nicht-Bewohnern) bräunlichen Stufenbauten am Kiekeberg stehen. Der Name Klünder besaß einen guten Klang, weil man sich auch in Notzeiten bewährt hatte und den Blankenesern Einkommen sicherte. Alt-Blankenese bestand aus den zwei Parks von Klünder und Baur, der allerdings vor dem Ankauf ruch die Gemeinde und die Parzellierung bis an Baurs Weg wie Elbchaussee heranragte.





Knüll: Uferzone am Strandweg, Name soll von einer knollenförmigen Ausbuchtung herrühren, siehe auch Knüll.

Köpi: Legendäre Gaststätte an der Dockenhudener Straße, auch durch 'Tabletteur' Hein Wiese bekannt geworden.

Kreek: Spezieller Schlitten, ehemals winterliches Transportfahrzeug aus Norwegen, siehe auch Kreek.

Krögers Hotel: 1890 erbauter Gasthof mit Hotel an der mittleren Hauptstraße unterhalb Sagebiel.

Krötenwanderung: Zweimal jährliche Sperrung des Falkensteiner Ufers in Höhe der Philosophenteiche

Krumdal: Westlicher Teil des Treppenviertels, 'krummes Tal', Verbindung zwischen Süllberg und Strandweg, Namensgeber dieser Webseite.

Kurtaxe: Im Jahre 1920 kurze Zeit erhobene Abgabe.



L

Lästerallee und Verlobungsbrücke: Wer früher die Neuigkeiten des Dorfes hören wollte, kam auf die Landungsbrücke, die zum Bulln führte.

Landdrosten: Oberster Verwaltungsbeamter der Grafschaft Pinneberg und für Blankenese zuständig.

Landhaus G. F. Baur: Als Katarinenhof bekanntes Herrenhaus im östlichen Baurs Park.





Landhaus Michaelsen: Bauhaus-Architektur an der westlichen Grenze, heute letztes Blankeneser Haus und Puppenmuseum im Sven-Simon-Park.

Landhaus Westermann: Spätere Villa von Axel Springer am Grotiusweg.





Landpflegeheim, Judendherberge, Kinderheim: Am Tinsdaler Kirchenweg/Björnsonweg, zeitweise auch Irrenanstalt, 2010/11 leer.





Landrat Scheiff-Krankenhaus: Erstes Krankenhaus dieser Gegend (eingeweiht 1904) auf dem Gebiet von Dockenhuden (heute Iserbrook, zwischen 1919 und 1951 zu Blankenese gehörig), heute auf dem Bundeswehr-Gelände (Haupteingang an der Osdorfer Landstraße) an der Schenefelder-Landstraße. Laut Gerhard Seel kaum noch als solches zu erkennen.

Lehmberg: Vorsprumg zwischen Mühlenberger Weg und Mühlenberg, besiedelt durch die Brüder O'swald, eigentlich Oswald.

Leichenweg: Blankeneser Kirchenweg.


Leip, Hans (1893-1983), Schriftsteller:

Ein Kleingebirg’ aus bunten Muscheln,

darüber dick die Wolken kuscheln.

Darunter Flaggen hin und her,

des Stromes Überseeverkehr.

Hoch auf schlanker Promenade

Haus über Haus das Grüngestade.

Ein kleines Nest, ein großes Bild.

Die Architekten lächeln mild.

Ein Dorf, das wie ein Eden liegt

und sanft nach Grog und Flundern riecht.

Von angenehmen Parks verschönt,

von einer Gastwirtsburg gekrönt.

Die stille Zuflucht – im Vertrauen –

zeitmüder Schlemmer, schöner Frauen.

Der Liebesstrand, das Sonntagsbad,

das Tanzlokal der großen Stadt.

Treppauf, treppab die Winkelgänge,

Schlafpuppengärten, Netzgehänge,

Boot, Abendbank und Fliesenkram,

versponnen, blond und tugendsam.

Solide Wäsche bauscht im Wind,

mit fremden Münzen spielt ein Kind,

ein Junge träumt von großer Fahrt,

ein Alter spinnt in seinen Bart.

Hoch über Baum und Schornsteindach

kommt man zu Atem allgemach.

Es brist herauf so meergeschwellt,

tief unten blitzt die weite Welt


Leuchtturm: Gebäude für Richtfeuer, in Blankenese Unterfeuer am Strandweg etwa No. 73 und Oberfeuer auf dem Kanonenberg in Baurs Park.





Lornsenplatz: Seit etwa 1951 als Marktfläche genutzter Platz gegenüber der evangelischen Kirche (siehe auch Oberland). Zuvor gab es dort die Gaststäte Pieper, bis die Gemeinde den Grund aufkaufte und eigentlich parzellieren wollte. Benannt nach dem Autoren der Drucksache 'Ueber das Verfassungswerk in Schleswigholstein'. Der 1793 in Keitum/Sylt geborene Uwe Jens Lornsen wurde er zum Vorkämpfer eines geeinigten und unabhängigeren Schleswig-Holsteins. Im 21. Jahrhundert sollte dort eine Tiefgarage gebaut werden und später eine Begegnungstätte als Verbindung zwischen Bankenviertel und südlicher Bahnhofstraße.





Luxor: 1956 eröffnetes Kino an der Probst-Paulsen-Straße, später Pro und Budni.





M

Maria Grün: 1930 gebaute katholische Kirche an der Schenefelder Landstraße.

Maschopp: Rüschen mit mehreren Kreeken.

Mastrioianni: Ehemaliger Pizza-Treffpunkt an der Blankeneser Landstraße.

Möchnshof: Etwa 1900 bis 1961 ehemaliger Gasthof am Knüll, heute Minipark. Überbleibsel davon ist die 'Zigarrenkiste', Ecke Strandweg/Phillipstrom.

Moin: Holsteinisches Grußwort, dass zu jeder Tageszeit einsetzbar ist und von 'Mointje' kommen soll, was soviel wie 'guten Wind wünschen' bedeuten könnte. Nur sabbelige Qiddjes versuchen es mit zweimal Moin.

Mühlengraben: Teils die Grenze zwischen den beiden Dörfern bildendes Flüsschen vom Krähenberg zum Mühlenteich in Mühlenberg.

Mühlenberg: Östlicher Ortsteil, zuerst zu Blankenese gehörig, 1897 zu Dockenhuden und ab 1919 zu Neu-Blankenese.

Mühlenberger Loch: Elbbucht, rund 2,5 km breite Bucht, entstanden aus dem Zusammenfluss von Süder- und Norderelbe, inzwischen von Airbus teils zugeschüttet.





Musenstall: Ehemaliger Reitstall des Katharinenhofes und spätere Bücherhalle.



N

Nelson: BSC-Wirt, der eigentlich Sven Nielsen heißt.

Neuapostolische: Kirche an der Godeffroystraße.

Neue Wiese, auch Schinckels Wiese: Kreekbahn am Falkentaler Weg, nach dem Krieg mit Kleingärten.

Norddeutsche Nachrichten: Von Johannes Kröger in Blankeneser herausgegebene Zeitung, seit 1973 von Springer übernommen.





Norwegisches Viertel: Besiedlung nördlich des Wasserwerkes.

Notgeld: Blankeneser Ersatzgeld von 1921.





O

O-Bus: 1911 bis 1913 elektrischer Oberleitungsbus nach Marienhöhe. Auf dem Frensenstraßefoto links das Kuulsbarg-Tal, in der Mitte die Babendiek-Häuser.

Ortsausschuss: Bürgernahes ehemaliges Ortsparlament, tagte monatlich.

Ortsamt: Ehemalige örtliche Verwaltungsstelle.

Osten: Name für das östliche Osterfeuer.

Osterfeuer: Germanischer Brauch, am Ostersonnabend einem Volksfest ähnlich drei bis vier Feuer am Strand zu entzünden.

Ostermann: Bis 1998 Gasthaus im alten Zollhaus am Bulln.

Osterschule: Diese befand sich dort, wo später der Kohlenhändler Holst, Aldi, Plus und heute Netto ist.

O'swald-Park: Gelände auf dem Lehmberg.



P

Palmgarten: Ehemaliges Café am Falkensteiner Ufer.





Panther-Zigaretten: Fabrik von Otto Trechmann an der Kreuzung Elbchaussee/Feldstraße, ab 1928 Manteuffelstraße, seit 1939 zu Nienstedten.

Parish spelen: Sprichwort, wenn man sich mal etwas gönnen wollte, das 'satter' war als gewöhnlich, nach John Parish (1742-1929), superreicher Grundbesitzer an der Elbchaussee. Er hatte sein Geld durch englische Truppentransporte nach den USA gemacht. Chronist Ehrenberg notierte, dass man bei Parish im Jahre 1805 insgesamt 1.914 Personen bewirtete bei einen Verbrauch von gleichzeitig 2.252 Flaschen Wein. Schicke Partys dort ...

Parkhaus: Das Thema Parkhaus beschäftigt Blankenese schon lange, ob nun unter Lornsenplatz, Hessepark oder im Schmiedeviertel. Realisiert wurde nur der etwa 200 Autos fassende Betonbau gegenüber der Ruhmöllerpassage aus den 1970ern (wann genau gebaut?).

Park Lane Club: Zeitweilig Tanzschuppen im heutigen Baurs Park.





Pfahlewer: Legendäres Lokal an der mittleren Hauptstraße, seit mindestens 1915 als Flaggenmotiv Symbol für Neu-Blankenese.

Philosophenteiche: Doppelgewässer unter dem Wasserwerk, seit 2010 teils zur Elbe geöffnet.

Pontonparty: Tanzerei bei Ela.

Plums Mühlen: Geländeeinschnitt um den heutigen Falkentaler Weg, von Caesar Godeffroy in Falkenthal (nach dem Familienwappen) umbenannt.

Prahm: Fährplattform, im Jahre 1554 65x14 Fuß groß.

Preußenweg: Während der preussischen Einquartierung 1864 entstandener Promenadenweg durch Schinckels Park.

Püschen: Kinderspiel mit Glut in einer Konservendose.

Pütschern: Springen von einer Eisscholle zur anderen.



Q

Quiddje: Zugereister, auch ein nicht in der Stadt Ansässiger, der eine Quittung von der Torwache erhielt.



R

Rauchfang: Gaststätte mit Imbiss, heute Baurs Park.

Raum: Kreekfachwort für „Platz da!“, wie „Wahrschau“ aus dem Segelsport entliehen. siehe Kreek ...

Reemtsma, Jan Philipp: Am 25 März 1996 am Krumdals Weg entführter Zigaretten-Erbe.

Regina: Kino in der ehemaligen Johannisburg.





Remise: Ehemaliges Wirtschaftsgebäude unterhalb des Römischen Gartens.

Richtfeuer: Landläufig als Leuchtturm bekannt, hier als Unterfeuer (Strandweg) und Oberfeuer (Baurs Park). Sollen erstzt werden, Unterfeuer bei Ela neben dem Bulln und beim MSC in Nienstedten. Richtfeuer deshalb, weil sich ein Schiffsführer im Notfall optisch danach richten muss, dass jeweils zwei Feuer übereinander passen. Sitzt man im Sommer bei Ela, meint man, dass die aufkommenden Schiffe auf den Campingplatz fahren wollen und erst ganz zuletzt nach Süden abdrehen. Umkehrt wirkt es, als wenn die Nautiker Wittenbergen übersehen.





Rieger, Jürgen: 2010 verstorbener Neonazi-Anwalt an der Auguste-Baur-Straße, der Anlass für hiesige Demos gab.

Rochenknieper: Liebevoller Spitzname der Dockenhudener für die Blankeneser Nachbarn.





Römischer Garten: Park oberhalb des Falkensteiner Ufers, der zwischen 1880 und 1890 von Anton Julius Richter angelegt wurde und 1952 von den Besitzern Warburg an die Stadt gestiftet wurde. 2011 wurden vom Team Michael von Hinden insgesamt 13 Zypressenspitzen gezählt.

Römische Villa: Schülers Landhaus am Wilmans Park, zeitweise 'Villa Jako' nach dem Parfüm von Karl Lagerfeld.

Röttgers Mühle: Um 1860 im westlichen Oberland gebaute Windmühle.

Rüschen: Fahren mit der Kreek.

Ruhmöllerpassage: Von der Elbchaussee nach Norden in zweiter Reihe zwischen Auguste-Baur und Bahnhofstraße, sollte bis Kröger fortgeführt werden.

Rummelpott: An Silvesterabend im Treppenviertel herumziehende verkleidete Kinder, leider fast durch das US-Halloween ersetzt.





Da brummte früher der mit einer Schweinsblase überzogene Rummelpott bei nachfolgendem damals von den Kindern gesungenem Lied:

Rummel, Rummel, Rusch, Prost Neejohr sitt in Busch

Geft mi 'n Appelkooken oder 'ne lütte Wost.

Is de Wust to kleen, geft mi twee for een,

Is de Wust to groot, smeckts noch mol so good.

Een Huus wieter, wohnt de Snieder,

Een Huus achter, wohnt de Slachter,

Een Huus wiederan,

Wohnt de Wiehnachtsmann.

Hier folgte bei den Kindern eine dezente, aber nicht allzu lange Pause, um danach deutlicher zu werden:

Hau de Katt den Schwanz aff,

Hau em nich to lang aff,

Lot een lütten Stummel stohn,

Denn ick mutt noch wieder gohn.

Der letzte Vers ist nur als wertfreies Zitat (nicht als Meinung eines Tierfreundes) eingefügt. Gemeint ist damit: Egal, womit Du gerade beschäftigt bist: Mach endlich die Tür auf und lass uns nicht länger warten ... Und wer angesichts damals unzähliger Gruppen gebenderweise immer noch nicht reagierte (also etwas überfordert war), musste sich schon mal ein lautstarkes, von Enttäuschung geprägtes und damit gnadenloses ...

Witten Tweern, swatten Tweern,

düsse Olsch, de gifft nich geern!

gefallen lassen.

Ruxen: Rudern mit nur einem Riemen.





S

Sände: Sandbänke vor Blankenese, auf dem Foto links scheinbar die Elbburg, auf 12:00 die Esteeinfahrt. Heute ist das nix mehr, soll angeblich für die Flugboote wegggebaggert worden sein.

Sängerheim: Ehemaliges Gasthaus an der Magdalenenstraße, heute Bestattungsinstitut Seemann.





Sagebiels Fährhaus: Als 'Sagebiel' bekanntes, ursprünglich dänisches behördliches Gebäude an der Hauptstraße, dass die Angelegenheiten des Grenzübertritts und der Fähre über die Elbe regelte.





Schifffahrt: Dass die hiesige Schiffahrt einen überaus großen Wert besaß, ist heute kaum noch zu erkennen. Ein Dorf, dass noch nicht einmal einen eigenen Hafen besaß und kaum nennenswerte Werften, soll mehr Schiffe bereedert haben als etwa Hamburg oder Altona? In der Blütezeit um 1864 gab es hier 203 Schiffe!





Schifferhaus: Ehemaliges Gasthaus am östlichen Strandweg.

Schinckels Park: Westlichster Teil des ehemalig kahlen Klünder-Geländes, 1850 von Karl Friedrich Nagel gekauft und vergrößert, dann von Wilhelm Ambriosius Noever um den heutigen Bismarckstein erweitert und 1888 von Max von S. gekauft.





Schinckelstein: Gedenkstein oberhalb des Grünen Weges im Südteil von Schinckelspark, heute Bismarckstein genannter Gemeindepark.





Schlösschen: Ehemaligs Gästehaus von Klünder, als als Villa Gudehus bekannt und befeiert.

Schmiedequartier: Bezirk um die ehemalige Schmiede von 1834 (heute Dal Fabro), der umgebaut werden sollte, was die Blankeneser um Monika Lühmann verhindern konnten. 1979 - 1986 war geplant, gegenüber dem Kino eine Rampe zum vierstöckiges Parkdeck, darüber noch ein Staffelgeschoß und im Keller zwei Etagen die 'Pro' mit Rolltreppe nach unten von der Bahnhofstraße aus.

Schneider, Karl: Bauhaus-Architekt des 'Hauses Michaelsen' als westlichem Haus Blankeneses.





Schützenhof: 1912 abgebrantes Gasthaus (mit 12 Zimmern) unter dem Krähenberg in Dockenhuden.

Schuldts Kaffeegarten: Traditionslokal unterhalb des Süllbergs, inzwischen in der fünften Generation.





Schulen 1656: Im Jahre 1656 wurde zum ersten Male eine Blankeneser Schulkate erwähnt. Wo diese stand, konnten wir noch nicht klären.

Schulen 1722: Der Landdrosten Otto Carl Graf von Calleberg erließ 1722 eine Schulordnung für die Herrschaft Pinneberg, zu der auch Blankenese gehörte.

Schulen 1738: Als sein Nachfolger Gebhard Ulrich Graf von Perckentin 1738 eine Rundreise unternahm, berichtete er: "Blanckenes ist ein gutes Schulhaus," wobei er sicherlich die einfachen Verhältnisse dieses Fischerdorfes berücksichtigte.

Schulen: An Schulten-Immenbarg (etwa No. 10) soll es eine Schule gegeben haben.

Schulen 1763: Pastor Brandorff aus Neuerstadt (Nienstedten) schrieb am 13. April 1763 eine Beurteilung des Blankeneser Schulwesens und empfahl eine gemeinsame (zweiklassige) statt der "beyden Blanckenäser" Schulen an den jeweiligen Ortsteilen, weil es offensichtlich Streit zwischen den Schulmeistern gegeben hatte. Die gemeisname Schule hätte Brandorff gern auf dem Strietbred (zwischen Bahnhofstraße und Auguste-Baur-Straße) gesehen. Er sah dafür zwei Klassenräume und eine Wohnung für den Haupt-Schulmeister vor.

Schulen 1772: Ab 1772 gab es dann an der Elbchaussee eine 'Ostschule'.

Schulen 1814: Ab 1814 soll die erste Schule am Kahlkamp errichtet worden sein, die bald Erweiterungen brauchte.

Schulen 1857: 1857 bis 1897 kam noch die Westerschule am Krumdals Weg 1 (siehe Bild oben) dazu.

Schulen 1871: Am heutigen Kahlkamp wurde 1871 ein Schulgebäude errichtet.

Schulen: Eine weitere Schule soll sich an der Elbterrasse 1 (siehe Foto unten) gegenüber dem heutigen Fischerhaus direkt am Hang zum Strand betrieben worden sein. Ob wir noch meh herausbekommen werden?





Schulen: Realgymnasium ab 1892, gegründet in den ehemaligen Räumen der Privatschule Jansen an der Parkstraße 22 (Ecke Steiler Weg) mit 75 Schülern, dann 1894 Neubau an der Lindenstraße. 1894 bis 1922 geleitet durch Dr. Walter Kirschten, daher heute an der Kirschtenstraße und Gymnasium Blankenese genannt.

Schulen: Am Hohen Weg 1 wurde ein Lyzeum gegründet und 1905 im Neubau an der Lindenstraße neben dem Realgymnasium fortgeführt. Daraus wurde das heutige Marion-Dönhoff-Gymnasium an der Ecke Willhöden/Ohlwören (ab 1959).





Schulen: 1929 wurde die Richard-Dehmel-Schule (von den Nazis in 'Gorch Fock' umbenannt) an der Karstenstraße eröffnet. 2010 kam ein 'Ufo' als Anbau dazu.

Schulen: An der Oesterleystraße im ehemaligen Finanzamt von 1937 und späteren Ortsamt wurde 2008 die evangelische Bugenhagenschule eingerichtet.

Schwalkenberg: Ehemals kahler Hügel von Baurs Park.

Schwedenstein: Gedenkstein zwischen Mühlenberger Weg und Mühlenberg auf dem Vorland zur Schwedenspeisung nach dem Zweiten Weltkrieg, bis 1966 auf dem Bismarckstein.





Schwedenstiefel: Bei Bauarbeiten 1893 auf dem Süllberg gefundener Stiefel, angeblich aus dem 30jährigen Krieg, ersteigert von Udo Keller, später dem Fisherhaus für ein künftiges Museum gespendet.

Schweinesand, auch Schweinsand: Sandbänke und Inseln vor Blankenese, die sich im Laufe der Jahre immer wieder veränderten. Ob der Name nun von den dort weidenden Schweinen, der Form oder von "Schwein gehabt, weil nicht draufgefahren" herrührte, bleibt zu klären. Auch Titel eines Kinderfilmes.

Sherry Island: Sandbank vor dem Bulln, auf der man nur Trockenzeit für eine Sherry hat.

Sibbertsteine: Gelbe Klinkersteine, die der Gemeindevorsteher Sibbert von der Ziegelei Hasle auf Bornholm einführte. Ob diese dort trotz langem Tansportweg billiger waren als die roten oder was sonst dahinter steckte, war noch nicht zu klären. In jedem Falle waren sie entscheidend dünner, doch das sah man ja nicht, wenn sie verlegt waren. Besonderheit: Die Sibbertsteine wurden nur im alten Blankenese (Vereinigung mit Dockenhuden 1919) verbaut.

Slip: Schiefe Ebene zum Schiffstransport.

Stack: Woanders 'Buhne' genannte Uferbefestigung.

Steuerlatte: Ursprünglich ausgediente Masten, die zum Steuern beim Rüschen verwendet werden.

Stint: Kleiner, silbriger, sardinenartiger Fisch, der im Frühjahr die Elbe zum Laichen heraufzieht.

Stintessen: Alljährliche lustige April-Kreuzfahrt des BHC nach Cranz.

Strandcafé: Ehemaliges Gasthaus am westlichen Strandweg, auch 'von Appen' und 'Am Leuchtturm', 2010 geschlossen.





Straßenbahn: 1899 bis 1921 nach Altona und weiter nach Barmbek, beginnend an der Johannisburg.

Studentenwohnheim: Björnsonweg, später Ausländerunterbringung, 2010 abgerissen.

Stützmauern: Bollwerke, die das Abrutsches des Hanges verhindern sollen.





Sturmflut: Durch die Elbausbaggerungen immer schneller auftretende Überflutung des Strandwegs. Ein klein wenig West oder Nordwest reichen aus und schon schwimmen die Autos. Als Fausregel gilt zur Zeit: Wenn die Wasserspitze (Schilf und Gras) etwa eine Stunde vor der unter BSH (bitte bei Favoriten eingeben) berechneten Flutzeit vom Blankeneser Unterfeuer nicht über die chinesischen Sitzblöcke hinaus auf die Straße schwellt, besteht schon keine Gefahr mehr. Ausnahme ist beim Knüll, wo die Straße etwas tiefer liegt. Unsere Eingabe, den hinteren Strandweg um 35 cm höher zu legen, scheint sich bewährt zu haben. Und eine Höhe von 30 cm kurzzeitig im Wasser können moderne Autos, mit denen wir gerade durch das viele Wintersalz gefahren sind, durchaus vertragen. 6,35 m über Normalnull kam das Wasser 1976.

Süllberg: Gastroburg Süllberg oberhalb des Treppenviertels.





Sven Simon Park: Westlichster Park, von Axel Springer um 1982/83 gestiftet und nach dem Künstlernamen seines Sohn benannt.





T

Tabea: 1940 fertiggestelltes Krankenhaus an der Kösterbergstraße.

Tchibo: Jugendtreff der 1970er an der Blankeneser Bahnhofstraße auf deren Westseite.

Thali: Café zwischen 2006 und 2008 am Süllbergweg 4, in Erinnerung an das ehemalige Café von Nathalie Reiczug.

Thierrys Park: Zum 'Weissen Haus' gehörender Park an der Elbchaussee, nach dem Godeffroy-Schwiegersohn J.L Thierry (1792-1847).

Tide: Gezeiten der Elbe.

Tivoli: Ehemaliges Festhaus an der südlichen Bahnhofstraße, zwischendurch mit Weinkrüger und Geick, heute mit zwei Kinos.

Todesbahn: Alte Kreekbahn, die in einer Linie von der Van-de-Velde-Villa zur Abzweigung Falkentaler Weg/Waseberg durch den schmalen Einschnitt um gefährliche Bäume herum führte.

Trachten: Die hiesigen Trachten waren von denen der Bardowieker Blumen- und Gemüsehändlerinnen inspiriert, die ihre Samen in Blankenese verkauften, Docknhuden und Blakenese völlig unterschiedlich.

Treppen: Die längste Treppe soll wohl Stehrs Treppe sein, sie wurde 2010 mit 281 Stufen erneuert.

Treppenkrämer: Bei einer Fußgängerrallye kam heraus, das der Treppenkrämer an der Hans-Lange-Straße eine Ladenfläche von 27 qm hat.

Treppenviertel: Hanggebiet unterhalb des Süllberges, erste autofreie Zone, siehe auch hier ...

Trichter. Lange Zeit haben wir widerspruchslos geschrieben, dass der hölzerne 'Trichter von St. Pauli', ein bekannter Ausflugsort, angeblich im Jahre 1840 aus Feuerschutzgründen in Hamburg abgebaut, von Gastwirt Hansen günstig gekauft und dann auf dem dänischen Süllberg wieder aufgebaut wurde. Das kann nicht sein, meinen wir. Erstens: Zwei Jahre vor dem großen Brand, der halb Hamburg zerstörte, schon Feuerschutzgründe? Zweitens: Warum sollte ein junges Unternehmen, dass knapp drei Jahre zuvor auf dem Süllberg eröffnet hatte, schon so eine einschneidende Baumaßnahme getätigt haben, während ein Holzpavillion 1837 "von dem Zimmermeister Seedorf auf St. Pauli nach eigenen Plänen" (O-Ton Schulte-Haubrock-Chronik 1987) gebaut worden war? Ob da nicht von dem Seedorf-Bau (weil ebenfalls St. Pauli) auf den Trichter geschlossen wurde? Ein junges Unternehmen, dass erst 1846 überhaupt eine Schankerlaubnis erhalten hatte? Kaum glaubhaft. Otto Schulze grub in einem alten Buch aus, das der hölzerne Trichter erst 1868 auf St. Pauli abgerissen wurde. Ob es der selbe war oder wir einer der Werbe-PR-Maßnahmen von Hansen/Rohr aufgesessen sind? Wer kann helfen?





Twehuis: Typisches Doppelhaus Blankeneses, vielleicht bestes Beispiel Elbterrasse 5+7, typischerweise vorn der Kapitän (Elbblick) und hinten sein Steuermann. Vielfach in Blankenese bös verändert und den familiären Gegebenheiten angepasst wie bei Krumdal 10 schon 1905/1955.



U

Unternehmen Blankenese: Versuch einer Vereinigung der Blankeneser Geschäftsleute und Grundeigentümer.





V

Van den Felde, Henry: Der berühmte niederländische Architekt baute in Blankenese das ursprünglich strenge Haus Richard-Dehmel-Str. 12 für Joachim von Schinckel (heute mit Reetdach dem Fischerdorf angepasst und nur noch an der runden Hausecken zu erkennen).

Verkoppelung: Bodenreform 1789 (Dockenhuden) und 1790 (Blankenese).

Viereck: Strandabschnitt am westlichen Strand, Name für das westlichste Osterfeuer.

Villa Baur: 1830 gebaut von Ole Jörgen Smith aus Dänemark.

Villa Bucheneck: Herrenhaus in Thierrys Park (östlich Weißes Haus).





Villa de Boer: Godeffroystraße 6.

Villa Erika: Als Schinckels Villa bekanntes Haus im Park an der Richard-Dehmel-Straße.





Villa Friedburg: Auf dem Falkenstein.





Villa Grüneck: Spätere Seemanschule (1953 bis in die 1970er) oberhalb von Inge+Peter. Zeitweilig Musiker-WG von Udo Lindenberg, Gottfried Böttger und Marius Müller-Westernhagen, wo auch 'Dittsche' Olli Dietrich mal unterkam, ie er erzählte.

Villa Haideck: Steubenweg 36, heute Grotiusweg, erbaut von Max Mahlmann für den Zahnarzt Fenchel.

Villa Karstens: Ehemaliges BP-Haus (1885 von Ratsherr K.), heute Elblounge.





Villa Klünder: Parkstraße 20, später Hessevilla.





Villa Sonneneck: Falkenstein 53.

Vorland: Auch Wassergärten genanntes Gebiet vor dem Strandweg, oft auch als Autostellplatz genutzt.





W

Waalkes, Otto: Komiker in der Elbburg an der Süllbergsterrasse 44.

Wahrschau: Warnruf, aus dem friesischen "wahr dich“ für: Nimm dich in Acht! siehe Kreek ...

Wahrzeichen. Dass der Süllberg lange Zeit das Wahrzeichen von Blankenese war, scheint unbestritten, ob aber das seit 1984 im Wasser stehende Unterfeuer am Strand ihn abgelöst hat, könnte nur beurteilt werden, wenn man die Anzahl der Fotomotive vergleichen könnte ...

Wasserkunst: Wasserwerk auf dem höchsten Punkt Hamburgs, Baurs Berg (92 m) an der Kösterbergstraße.





Weinkrüger: Ehemaliger Treffpunkt im früheren Tivoli.





Weißes Haus: Ehemalige Godeffroy-Villa, gebaut von dem berühmten dänischen Baumeister Christian Frederik Hansen für Pierre Godeffroy (1749-1822) an der Elbchaussee 34 (heute No. 547). Durch eine Havarie konnte Godeffroy dafür eine umfangreiche Relief- und Vasensammlung ersteigern, die eigentlich für den preussischen Hof bestellt war. Der Besitz reichte scheinbar bis an die Kirchenstraße und den Bahnhof heran. Nachfolger waren Johann Ludwig Thierry (1702-1847), der das Anwesen 'Thierrys Park' nannte, dann Friedrich Kirsten (1842-1924, Bruder von Heimatforscher Gustav K., etwa zu dieser Zeit teils auch 'Godeffroys Park' genannt), Sievekings, Essbergers und heute in Rantzau-Besitz. Kirsten verkaufte und schaffte damit den Villenbezirk Ole Hoop/Godefroystraße (1907 angelegt).





Werften: Mindestens vier Bootswerften wurden von Gustav Kirsten erwähnt, Joachim Fink (1810-1886) ab etwa 1840 bei Plums Mühlen (oben), sein Bruder Jacob Fink (1808-1880) am heutigen Strandweg 86 (bis etwa 1860), Dietrich Kremer (1813-1867) am heutigen Strandweg 92/93 (bis 1867) und Gustav Burmeister am Falkensteiner Ufer 58, wo sich später das westliche Wasserbecken befand. Als Blankeneser Werft wurde auch Ullrich Diercks angesehen, obwohl am heutigen Wittenberger Leuchtturm gelegen. Bei Jürgen Schuldt am hinteren Strandweg wurde bis in die 1970er gearbeitet, bis das Gelände nach einem Brand lange Zeit brach lag. Clemens Reus baute darauf ein historisch angehauchtes Haus.





Westtheil: Im Bereich der heutigen Elbterrasse schien es vorläufig noch nicht nötig, Häuser zu bauen, weil es im Haupttal noch Platz genug gab. Zwischen dem heutigen Fischerhaus (Altentagesstätte) und dem nächsten Tal (Krumdal) befand sich ein steiler Abhang, dessen Ränder immer wieder zur Elbe hin abbrachen, so dass die Anlegung von Wegen und Treppen bis Ende des 19. Jahrhunderts zu mühsam erschien. Auch unten am heutigen Strandweg (also unter diesem kahlen Anhang und seinen 'Sanslanwoienen' (O-Ton) nach starken Regenfällen oder sommerlicher Trockenheit), schien es erst ab dem 'Bäcker', Strandweg No. 65 (das Resthaus Kaack benannte übrigens mit seinen heutigen Hausnummern 63/64 zwei Teile eines Dreehuis, obwohl nur noch ein Drittel vorhanden, während sich der Bäcker optisch weit mehr ausgebreitet hat) westlich wieder möglich zu sein, zu siedeln. Von dort an elbabwärts entstanden viele Reetdachhaüser am Ufer. Die Siedlung um das Krumdal mit seinem Zugang zum Süllberg bildete ein kleines Dörfchen ("Westheil") für sich, wo es später (Ecke Süllbergterrasse/Krumdals Weg) auch die Westerschule gab. Mit der Bebauung des Süllberges und seiner Bedeutung als Ausflugsziel wurde direkt vor dem Krumdal eine Anlegebrücke gebaut, die der am Bulln gleich kam und Süllberg hieß. Klevere Gastronomen waren das damals, denn hier fuhren die Grünen Dampfer ab, aus denen wohl die Hadag wurde. Auch hinten am Falkenthal gab es eine solche Anlegebrücke. Später zeugten die verschiedenen Osterfeuer 'Viereck', 'Knüll' und 'Osten' von den drei Teilen Alt-Blankeneses.

Wilmans Park: Westlicher Teil des ehemaligen Klünder/Hessegeländes.

Windrose: Teil des alten Süllberges, 1994 abgerissen und versteigert.





Wracks: Am Falkensteiner Ufer befinden sich aus der Zeit der Bergungsfirma Harmstorf noch drei Wracks: Uwe, das der finnische Viermastschoner Polstern(j)nan (1926 verbrannt) und Elsabe (zur Zeit unter dem Spülsand). Im Dezember 2010 wurde der Arbeitsponton entfernt.

Wriedts Park: Ab 1889 Nachfolger von Godeffroys Hirschpark, nach Besitzer Ernst August W. (gest. 1924), dann Gemeindepark und teils parzelliert.

Wriggen: Rudermethode, per geschickter Drehung des Ruders voranzukommen.



XY ...



Z

Flagge Z: Zwischen dem 28.Oktober 1827 und 1864 Kennzeichnung für Blankenese als Heimat (-Hafen).

Zollbude: Bei der Landungsbrücke Mühlenberg, als ganz Hamburg noch Freihafen war.

Zukowski, Rolf: Komponist vielen Kinderlieder und vom Geburtstagslied "Heute kann es regnen ..." wohnhaft Süllbergsterrasse. 53.

Z8: Von wegen Arbeiterviertel Dockenhuden: Mindestens fünf Z8 laufen hier. mehr Z8 ....





 © Copyright by Thomas G. Mueller, Änderungen und Erweiterungen gern hier ...





Treppen&Strand: krumdal.de

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