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Ältere MüLo-Infos.
Rückbau denkbar. Am 10. Januar fand im Gemeindesaal der Christuskirche in Othmarschen eine Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema 'Rechtswidrige Zerstörung des MüLo, Rechtsstaatlichkeit und Rückbau durch den neuen Senat?' mit Vertretern der drei Parteien in der neuen Regierung statt, die zu einem großen Erfolg wurde. Rund 350 von der Hamburger Presse völlig verunsicherte Menschen hörten einen sehr interessanten Vortrag über die vielen seltenen und wichtigen Lebewesen im MüLo von Prof. Dr. Hartmut Kausch (Uni Hamburg). Sein überaus qualifiziertes Wissen über die internationale Einzigartigkeit dieses Süßwasserwatts beeindruckte sogar den sonst sehr blassen Vertreter der Schill-Partei so sehr, daß ein ähnlicher Vortrag vor seinen Politiker-Kollegen gehalten werden soll. Dr. Andreas Fisahn von der Uni Bremen erläuterte die rechtlichen Zusammenhänge derart detailliert, daß es manchem Zuschauer vor den Möglichkeiten bange wurde, denn noch ist im MüLo nichts entschieden. Der alte Senat hat ohne rechtliche Klärung gebaut, um einfach Tatsachen zu schaffen, wurde deutlich klar. Und das mußten sogar die jetzigen drei Regierungsparteien anerkennen: Die ganze Airbus-Erweiterung ist PR-mäßig derart geschickt eingefädelt worden, daß niemand dagegen stehen wollte, auch die damalige Opposition nicht.
Niemand hat nach der Sicherheit für die Bürger in der Einflugschneise oder gar einer Kosten/Nutzen-Gutachten gefragt! Da muß man aber auch den unkritischen Journalisten der angeblich unabhängigen Tageszeitungen dieser Stadt schwere Vorwürfe machen, die leider auch mit dem jetzigen Senat bereits wieder auf 'Schmusekurs' gehen. Von 'Die Presse ist die vierte Kraft im Staate' ist nichts zu merken. Traurig in dieser alten Pressestadt! Der 44jährige Filz in den Behörden scheint nicht so leicht durchzukämmen sein, glaubt man den neuen Regierenden. Das wird wohl weit mehr als eine Regierungsperiode dauern, den 'Schlendrian' herauszukehren, wenn wir denn im Jahre 2005 wieder eine der drei Regierungsparteien wählen. Sonst geht es danach wieder zu alten Verfahrensweisen wie 44 Jahre zuvor auch.
Auch seriöse Fachleute bestätigen, daß es der Hansestadt sogar blühen könnte, daß die gesamte Baumaßnahme im MüLo zurückgebaut (!) werden muß. Deshalb forderten die Besucher in der anschleißenden Diskussion, daß der neue Senat erst einmal einen Baustop einleiten solle, um weitere Kosten zu sparen. Stattdessen sollte man auf die Gerichte einwirken, möglichst schnell Klarheit zu schaffen, anstatt die Entscheidungen weiter zu verschleppen. Übrigens: Die Entscheidung zum Thema Rechtsbeugung von Ronald Schill konnte sehr schnell gegeben werden. Steckt also hinter den weiterhin fehlenden MüLo-Entscheidungen System? Sorry, aber langsam muß man dies der Rechtsprechung anlasten. Weitere Infos: Gaby Quast, Tel. 7456838, Fax 7457194 oder Heinz-Bernd Millhagen, Tel. 869245, Fax 869643.
Ständiger MüLo-Treff. Wieder am ............ von 19.20 - 22 Uhr (Achtung neue Zeit!) im Clubhaus des Mühlenberger Segelclubs für alle Kritiker des Projekts. Bitte kommen Sie dort vorbei, um sich mal Luft zu machen. Dies ist ein Treffpunkt aller Gegner, jeder kann kommen. Neueste Termine stets hier bei 'Krumdal.de', meist einmal im Monat.
Unsere Position. Auf der rot-grünen Regierung noch herumzuhauen, macht wohl wenig Sinn. Doch wenn sich nun eine Partei 'rechtsstaatliche Offensive' im Hamburger Senat befindet, sollte man davon ausgehen, daß es vor einer gerichtlichen Klärung aller Verfahren um das Mühlenberger Loch einen vorläufigen Baustop gibt, oder? Denn wenn beispielsweise die Möglichkeit einer (ohnehin schon fraglichen) ökologischen Ausgleichsfläche bei Haseldorf per Gericht verboten wurde, darf kein seriöser Politiker mehr weiterbauen lassen, um keinen Rechtsbruch zu begehen. Erst muß alles fair geklärt werden, meinen Sie nicht auch? Ohnehin gibt es seit dem 11. September ja keine Eile mehr, es sei denn, EADS-Airbus will Rüstungsflugzeuge und Raketen hier an der Elbe bauen, was ja der alte Bürgermeister stets abgestritten hat. Verkehrsflugzeuge der A380-Größe (es hat das vierfache Gewicht eines Beluga-Transporters, das Sie ja kennen) sind jedenfalls seit dem 'World Trade Center' nicht mehr gewünscht, wozu also diese teuer zugeschüttete Luxus-Fläche? Wir fordern nach gerichtlicher Klärung aller Verfahren einen kompletten Rückbau! Vielleicht sitzen im Senat ja jetzt ein paar Kaufleute, die rechnen können, denn ein Baustop jetzt und ein späterer Rückbau nach Klärung ließe noch einen ordentlichen Batzen Geld einsparen. Unsere Bitte an die neue Regierung: Machen Sie sich bei den Gerichten stark, daß MüLo-Verfahren zügig verhandelt werden können. Ansonsten riecht es schon wieder muffig nach Filz in dieser Stadt!
'Tour de MüLo'. (Sommer 2001) Wir haben für Sie mal eine Radltour rund ums Mühlenberger Loch ausgearbeitet, die alle wichtigen EADS-Dískussionspunkte in diesem Zusammenhang behandelt. Interessant dabei auch die Gespräche mit den Anwohnern und Flugzeug-Touristen auf der anderen Elbseite. Schauen mal bei 'Klatsch&Tratsch'.

"Action," hatte die rührige Gabi Quast per Fax gerufen, und schon kam eine große aktive Truppe von beiden Elbseiten am 15. Juli zu einem Picknick auf der neuen Airbus-Sandbank zusammen. Morgens am MSC-Clubhaus getroffen, kurz nochmal die Risiken besprochen, abgestimmt und dann zügig übergesetzt, so geht das! Vorbei an den vielen mitleidigen Blankeneser Vogel-Zeigern ging es quer hinüber durch die Pontons hindurch auf die Sandbank. Ruckzuck war die Möbius-Flagge gekappt und schon gehörte der Baugrund der bunt gemischten Widerstandsgruppe für einen Nachmittag. Selbst 'VIP'-Fischer Heinz Oestmann beteiligte sich daran, in dem er reichlich Schollen-Proviant aus Solidarität von seinem Finkenwerder Restaurant auf die Widerstands-Insel schickte. Dieses Airbus-Picknick (andere würden 'Friedliche Besetzung' sagen) war ein großer Erfolg, denn das Übersetzboot 'Rote Zora' mußte immer wieder Journalisten shutteln, die sich für die Picknick-Aktion 'Baustop' interessierten. Und wenn man in anwesenden Polizeibooten mißt, dann waren es mit dem Waschpo-Schlauchboot derer vier plus zwei Hubschrauber! Vielen Dank nicht nur an Bernd, Jochen und die Schlauchboot-Truppe für die Wasserfahrzeuge, sondern auch an die Beamten der Waschpo-Boote für ihr Augenmaß, denn es ging uns ja nicht darum, etwas zu zerstören. Doch es sieht so aus, als ob man bis zum 23. September ohnehin machen kann, was man möchte, solange die bestehende Regierung keine Negativ-Schlagzeilen bekommt. Und auch Petrus schien die Aktion gut zu finden, denn abends wurde die 'After-Sun'-Creme gebraucht. Eine kleine Einlage war das Festsitzen im Schlick direkt ein paar Meter vor dem 'Bulln', doch da gab es dann soviele nette Helfer für die Truppe! Prima und ein gutes Gefühl, daß nicht nur alle immer frustriert drein schauen. Der Sonntag hat uns soviel Mut gemacht, daß wir uns bestimmt bald wieder zum Picknick treffen, oder? Pressemeldungen im Abendblatt (eher klein und verschämt), groß in der Morgenpost und in der TAZ waren der Lohn. Und Hamburg-Welle 90,3 und der Fernsehsender HH1 sollen noch etwas gesendet haben ... Wer hat Fotos gemacht und mag sie uns rübersenden?

A380 nicht der Feind. Nicht das kommende Großflugzeug A380, der 400M oder die EADS selbst sind für uns das Problem, sondern, daß wir hier von dem von uns gewählten Senat verulkt werden. Hier wird Naturschutz-Recht gebrochen und nicht vorhandenes Geld (das bei Bildung, Kultur usw. fehlt) ausgegeben. Und all das, ohne daß man weiß, ob aus dem vielen 'fetten Gras', was man der EADS-Kuh vorn hineinschiebt, auch hinten (unten) wieder Milch wird, für die man wieder neues Gras kaufen könnte. Und tausend Mark von jedem Hamburger allein für das Image, nun doch gar nicht so technikfeindlich zu sein, wie es im Rahmen der Transrapid-Planungen aussah, sind doch wohl ziemlich dicke, oder? Und wenn es vielleicht gar keine Milch gibt, müssen unsere Kinder später vielleicht sogar darben ... Nur Dumme glauben noch an das Arbeitsplatz-Argument des Senats - jedenfalls für den A380. Und all das nur, weil man sich mal vor den allmächtigen Berlinern dicke tun will? Ziemlich teuer, dieser 'Fuchsschwanz' am Rathaus, finden Sie nicht auch? Und ziemlich dumme Kaufleute da an der Regierung ...


Briefe an die Richter. Mit Hilfe eines befreundeten Rechtsanwaltes haben wir von krumdal.de alle zuständigen Richter an Verwaltungsgericht und Oberverwaltungsgericht Hamburg angeschrieben und ihnen nochmal die wirklichen Tatsachen nahegelegt. Vielleicht bewirkt das ja noch etwas ...
Das Arbeitsplatz-Märchen. Von Andreas Tjaden. Die Milliarden-Kosten für die Produktionsflächenerweiterung in das europäische Naturschutzgebiet Mühlenberger Loch und die hohen Verluste an Natur- und Kulturlandschaft sowie Lebensqualität in Hamburgs Elbregion sollen nach dem Willen der Senatspolitiker und der EADS mit dem Arbeitsplatz-Argument gerechtfertigt werden. Dazu haben diese Politiker eine Ausnahmegenehmigung bei der EU-Kommission hinsichtlich der Bebauung des Naturschutzgebietes beantragt, die unter massivem politischen Druck und Angaben von maßlos überhöhten Arbeitsplatzeffekten seitens des Senats und des Staatssekretärs Siegmar Mosdorf (SPD), Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt, erteilt wurde. Dabei hat der Senat noch nicht einmal eine gemäß § 7 der hamburgischen Landeshaushaltsordnung vorgeschriebene Kosten-Nutzen-Analyse als Beweis für das 'öffentliche Interesse' an dem Projekt erstellt. Arbeitsplatz- oder Produktionsanteil-Garantien hat die EADS der Stadt Hamburg bekanntermaßen nicht gegeben.
Dieses Projekt verstößt jedoch gegen geltendes europäisches Recht, insbesondere die EU-Vogelschutzrichtlinie. Nach dieser Richtlinie kommt es auf eine Abwägung mit wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu denen das Arbeitsplatz-Argument zählt - überhaupt nicht an. Es handelt sich um eine absolute, unbedingte Schutzbestimmung. Die Genehmigung der EU-Kommission ist insofern rechtswidrig. Damit könnte man sich bereits jegliche Diskussionen über öffentliches Interesse und Arbeitsplätze sparen. Denn die EU-Umweltgesetze sind natürlich selbst Ergebnisse des öffentlichen Interesses; sie sind zum Wohle aller (europäischen) Bürger verfasst worden.
Im Übrigen ist die Erhaltung bestehender oder Schaffung neuer Arbeitsplätze nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung nicht gemeinnützig. Die Erhaltung oder Schaffung von Arbeitsplätzen ist mit jeder wirtschaftlichen Tätigkeit verbunden. 70 % der Arbeitnehmer in Hamburg sind bei kleinen und mittelständischen Unternehmen beschäftigt, für deren Flächenbedarf selbstverständlich nicht ein Naturschutzgebiet zerstört oder alternativ ein Teil der Binnen- oder Außenalster zugeschüttet wird. Dabei zahlen diese Betriebe im Gegensatz zur EADS Steuern in Hamburg. Auch die Lufthansa-Werft in Fuhlsbüttel stellt dieses Jahr nach eigenen Angaben 700 Mitarbeiter ein und zwar ohne Subventionen und gigantische, zerstörende Flächenerweiterung.
Aber selbst wenn man sich auf eine Abwägung des "öffentlichen Interesses" einlassen würde, käme man zu dem Ergebnis, dass der vermeintliche Nutzen des Projektes - nämlich die abzuschätzenden Arbeitsplatzeffekte - in einem völligen Missverhältnis zu den Subventionen in Milliardenhöhe und den gravierenden Nachteilen und Schäden durch die Werkserweiterung stehen.
Es gibt keine arbeitslosen Flugzeugtechniker, sondern die Branche sucht schon seit Monaten händeringend qualifizierte Fachkräfte. Arbeitslose Sozialhilfeempfänger haben lt. Auskunft von Fachleuten kaum Chancen. Der erhebliche Fachkräftemangel führt dazu, dass Ingenieure und Facharbeiter von anderen Unternehmen in Hamburg oder aus der Region abgeworben werden. Solche umverteilten Arbeitskräfte führen jedoch zu keinen zusätzlichen regionalwirtschaftlichen Effekten für Hamburg. Dies hat die von der Wirtschaftsbehörde beauftragte Prognos GmbH, Berlin, jedoch in ihren "Berichten", die als alleinige Gutachten für das ökonomische Interesse Hamburgs dienen sollen, unterschlagen. Darüber hinaus wäre es nicht sehr verwunderlich, wenn bald auch für diese Branche eine Green-Card-Regelung gefordert würde. Soweit Zuwanderer als Arbeitskräfte angeworben werden sollen, fragt sich allerdings, wieso diese unbedingt in einem Naturschutzgebiet und in unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten in den engen Grenzen des Stadtstaates Hamburg mit hohen Subventionen angesiedelt werden sollen. Da die Pendlerquote der Airbus-Belegschaft lt. Prognos jetzt schon bei 60 % liegt, sind auch kaum Einkommensteuer-Mehreinnahmen für Hamburg zu erwarten. Für eine Ansiedlung würden sich die strukturschwachen neuen Bundesländer besser eignen. Rostock hat sogar ein günstig gelegenes Flughafengrundstück mit Erweiterungsmöglichkeiten und wurde deswegen auch von der alten CDU-Bundesregierung als Airbus-Standort besonders empfohlen.
Zu den irreführenden Arbeitsplatzzahlen: Nach Angaben der EADS sollen 2.000 Arbeitsplätze im Hamburger Werk entstehen. Diese Zahl beruht allein auf Angaben der EADS selbst, ohne Darlegung des Berechnungsweges *).
Die Prognos GmbH hat auf Basis der von der EADS vorgegebenen 2.000 direkten Arbeitsplätze 1.000 indirekte Arbeitsplätze bei Zulieferern und 1.000 durch die mutmaßlichen Einkommenseffekte induzierte Arbeitsplätze für die Region Hamburg errechnet. (Vgl. Prognos: Management Summary vom 8.8.2001, S. 3). Dabei schränkt Prognos ein, dass nicht unbedingt neue Arbeitsplätze entstehen, sondern zunächst vorhandene Kapazitäten ausgelastet werden (vgl. Prognos, s.o., S. 4).
Zur sogenannten Region Hamburg gehören jedoch 6 an Hamburg grenzende Kreise u.a. auch Stade (lt. Angabe Statistisches Landesamt). In Stade befindet sich allerdings ein eigenes EADS-Werk, in dem zurzeit 1.150 Beschäftigte die Seitenleitwerke aller Airbusse fertigen. Auch die Leitwerke für den A380 sollen in Stade gebaut und nach Toulouse zur Endmontage transportiert werden. Aus dem Titel des Prognos-Berichtes ist sogar zu schließen, dass für die Metropolregion mit insgesamt 14 Nachbarkreisen gerechnet wurde. D.h. Prognos hat die Arbeitsplatzzahlen für Hamburg, für Stade und andere Kreise vermischt, so dass nicht die Anzahl der Arbeitsplätze sichtbar wird, die auf der Flächenerweiterung ins Mühlenberger Loch entstehen sollen. Damit werden die Effekte dieses Projektes verschleiert und beschönigt. Die Milliardenkosten, die Naturzerstörung und Gesundheitsgefahren tragen jedoch allein die Bürger der Stadt Hamburg.
Außerdem geht Prognos fälschlicherweise davon aus, dass jährlich 46 Stück des Typs A380 gebaut werden, obwohl Airbus-Manager wie Noel Forgeard in den nächsten 20 Jahren nur von durchschnittlich 37,5 Stück (vgl. FAZ vom 2.12.2000), anfangs sogar nur von weniger als 20 Stück jährlich ausgehen. Die Produktion soll nach EADS-Plänen 2005 mit 8 Stück starten. Zum Vergleich: Zurzeit werden jährlich 156 kleine Airbusse gebaut.
*) Die von Prognos im Schreiben an die Wirtschaftsbehörde vom 27.12.2000 angeführte Plausibilitätsprüfung der 2.000 Arbeitsplätze ist fehlerhaft. U.a. wurden die neueren Zahlen des Bundesverbands der Luft- und Raumfahrtindustrie e.V. (BDLI) mit der erheblich gestiegenen Arbeitsproduktivität der Branche und deren künftiger Anstieg für den Zeitraum des Produktlebenszyklusses dieses Flugzeugs von 20 bis 30 Jahren wurde nicht berücksichtigt.
Die mangelhafte Vorgehensweise und Aussagekraft der Prognos-Berichte wurde auch von Ökonomie-Professoren in gutachterlichen Stellungnahmen konstatiert (Prof. Marggraf, Uni Göttingen, Prof. Blazejczak, FH Merseburg). Die unzureichende Qualität der Prognos-Berichte lässt sich wohl nur durch die Erkenntnis erklären, dass Prognos Gefälligkeitsgutachten für die Wirtschaftsbehörde erstellt hat. Dies wundert nicht, denn die damalige Geschäftsführerin der Prognos GmbH war Frau Susanne Weber-Mosdorf, Ehefrau des o.g. Staatssekretärs Siegmar Mosdorf, der sich so vehement für Hamburg als A380-Standort eingesetzt und nach eigenem Bekunden jahrelang intensiv mit dem Hamburger Senat in dieser Hinsicht zusammengearbeitet hat (vgl. Hamburger Abendblatt 22.12.2000).
Der Anteil des Werkes in Hamburg beträgt höchstens 5 % des Produktionswertes ohne die Triebwerke (vgl. Schreiben der Prognos-GmbH an die Wirtschaftsbehörde vom 27.12.2000). Ursprünglich war mit einem Produktionsanteil von 12 % gerechnet worden (vgl. Prognos-Bericht vom 26.08.1998, S.26), als die Wirtschaftsbehörde im Planfeststellungsverfahren noch die tatsächliche Endlinienfertigung also den Zusammenbau des kompletten Rumpfes mit den Flügeln und Triebwerken - zu Grunde legte. Gegenüber diesem Planungsszenario wurden nach der Entscheidung der EADS, die Endmontage nicht in Hamburg, sondern in Toulouse durchzuführen, 26 Arbeitsschritte des ursprünglich von Hamburg geplanten Arbeitspakets ersatzlos gestrichen.
30 % bis 40 % des A380 werden nach Recherchen der Wirtschaftspresse an Zulieferer außerhalb des Airbus-Konzerns ins Ausland u.a. nach Japan, USA und Russland gehen (vgl. u.a. Die Welt online vom 10.2.2001). Der Rest wird aufgeteilt auf die europäischen EADS-Unternehmen in England, Frankreich, Deutschland und Spanien. An diesem Rest hat Deutschland einen Anteil von 35%. In Deutschland gibt es mit Dresden acht Airbus-Werke.
Die größte Wertschöpfung des Hamburger Anteils steckt in der Teilmontage der angelieferten Rumpfschalen zu Rumpfsektionen, die nach Toulouse zur Endmontage transportiert werden. Die Montage der Rumpfsektionen in Hamburg wäre laut Insidern auch auf dem bestehenden Betriebsgelände in kleineren Hallen realisierbar und würde 80 % bis 90 % des für Hamburg vorgesehenen Arbeitspakets ausmachen (vgl. Der Spiegel 3/2001). Der Wertanteil der Endlackierung und Montage der Innenausstattung liegt infolgedessen in der Größenordnung von nur 0,5 % eines A380 ohne Triebwerke. Diese beiden Arbeitsschritte beanspruchen aber riesige Flächen und Hallen. Für diesen winzigen Produktionsanteil soll das Mühlenberger Loch zugeschüttet und die Landebahn verlängert werden. Das ist völlig unverhältnismäßig.
Entsprechend gering ist die Anzahl der darauf entfallenden Arbeitsplätze: In Finkenwerder werden zurzeit pro Jahr rund 150 kleinere Airbusse fertiggestellt. Die Lackierung der Flugzeuge wird von etwa 30 Beschäftigten durchgeführt. Bei der Ausstattung der kleinen Airbusse werden etwa 50 bis 60 Mitarbeiter beschäftigt. Nur wenige A380 werden in Hamburg eine Endabnahme durchlaufen und ausgeliefert werden, denn aufgrund der kurzen Start- und Landebahn und der konzerninternen Aufteilung sollen von Hamburg aus nur die leichteren Typen (A380-100 und die Frachtversion A380-100F) und zwar nur die für Airlines in Europa (wohl ohne Air France) und im Nahen Osten bestimmten Maschinen ausgeliefert werden. Der wichtigste Absatzmarkt liegt nach EADS-Angaben allerdings in Asien. Insofern werden von den insgesamt angestrebten 37 A380 jährlich eher weniger als 10 Maschinen flugfertig Hamburg erreichen. Wenn, wie oben abgeschätzt, rund 100 Personen jährlich 150 kleinere Airbusse lackieren und ausstatten, werden gewiss nicht mehr als 100 Arbeiter mit 10 Maschinen vom Typ A380 pro Jahr beschäftigt sein. Die Öffentlichkeit wird also hinsichtlich der für die Flächeninanspruchnahme relevanten Anzahl der Arbeitsplätze erheblich getäuscht.
Schon bei anderen problematischen Großprojekten in Hamburg wurden viele Arbeitsplätze versprochen, aber - wenn überhaupt - nur wenige tatsächlich geschaffen. Man denke an Altenwerder. 4.000 Arbeitsplätze wurden versprochen, höchstens ein paar hundert entstehen jedoch. Ähnlich verhält es sich mit dem Aluminiumwerk oder zuletzt mit dem Smart-City-Center in Wandsbek.
Von den am 26.3.2001 von der EADS angekündigten 1.500 neuen im Rahmen eines Zusatztarifvertrags vereinbarten Arbeitsplätzen sollen nach Angaben von Airbus-Geschäftsführer Gante 950 in Hamburg eingerichtet werden. Bis auf 350 bis 400 Plätze betreffen diese jedoch nur die kleinen Airbus-Typen, deren Produktion in der nächsten Zeit gesteigert wird. Vielfach handelt es sich nicht um echte Neueinstellungen, sondern um die Übernahme bisheriger Zeitarbeitskräfte in eine Daueranstellung bei Airbus. Im September 2000 waren rund 7.200 Mitarbeiter in Finkenwerder fest angestellt und rund 900 mit befristeten Verträgen und von Zeitarbeitsfirmen (vgl. Die Welt online vom 12.9.2000). Die angeblich 350 bis 400 A380-relevanten Arbeitsplätze betreffen nur Ingenieure die mit Konstruktion und Engineering beschäftigt werden sollen. Solche Tätigkeiten sind allerdings weitgehend unabhängig vom Produktionsstandort und benötigen keine derart riesigen Flächen.
Das Arbeitsplatzargument ist nur ein Köder des EADS-Konzerns, um an die Subventionen und Ausnahmegenehmigungen zu gelangen. Die regierenden Politiker spekulieren 'ins Blaue' um sich ein 'Prestigeobjekt' zu schaffen und zwar ohne Rücksicht auf Verluste an Natur, an Kulturlandschaft im Alten Land, auf die Gesundheit der Bürger und auf die Kosten für alle Steuerzahler. Darüber hinaus werden insbesondere durch die geplante Verlängerung der Start- und Landebahn nach Neuenfelde hinein mehrere tausend nicht subventionierte Arbeitsplätze in den Obstanbaubetrieben im Alten Land verloren gehen.

Anschlag. Von wegen Warnholz: Seit einiger Zeit hängen an der krumdal.de-Redaktion 'A380: Nein'-Blätter. Nun wurde uns die Scheibe eingeworfen. Danke. Freie Meinungsäußerung adé!
MSC am 3.5.: Irgendwie klang die ganze Stimmung bei den A380-Gegnern frustrierend. Aber das ist auch ganz klar, wenn man aus dem MSC-Clubhaus herausschaut. Vielleicht sollte man den Blankenesern, die einen A380-Gegner doch eher wie einen Nestbeschmutzer anschauen, mal Gelegenheit geben, sich die Baustelle von dort anzusehen, denn es scheinen mittlerweile die ersten Spundwandpfeiler gerammt, die deutlich machen, wie hoch die Fläche aus dem Wasser schauen wird. Die Meinung, daß von unserem Geld und mit unseren Naturschutzflächen eine Rüstungskonzern-Braut schön gemacht werden soll, scheint angesichts des Adtranz-Verkaufes von DaimlerChrysler an Bombardier immer wahrscheinlicher. Herr Schremp, der immerhin ein Drittel an EADS hält, bekommt zur Zeit mächtig Gegenwind von seinen Aktionären. Und die wollen nun mal Gewinne sehen. Und wir Blödmänner kaufen noch Mercedes-, Mitsubishi-, Smart- oder Chrysler-Autos! Auah! Danke an Sylvia Borgmann für die Bilder.
Telefonnummern zum Nerven: Es gibt keine Ausnahmegenehmigung für Nachtarbeit! Gemäß OVG ist die Verwendung von Schlagrammen auf eine werktägliche (!) Betriebszeit von zwei Stunden begrenzt. Beschwerden an die Wasserschutzpolizei, Revier 1, Tel. 42866-5110, -5111 oder 5112. Revierführer: Herr Maywald, Tel. 42866-5100 oder Herr Gottwald, Tel. 42866-5120. Realisierungsgesellschaft: Tel. 300504-01, Herr Stadie, Tel. 300504-82, Herr Widemeyer, Tel. 300504-85, die für das Rammen zuständig sind. Bitte schreiben Sie sich Uhrzeit und und Ort genau auf, damit man eine Liste erstellen kann, die Volkert Sörensen (Tel. 862064) in ein Beschwerdeschreiben nehmen kann.

Rechtswidriger Baubeginn Mühlenberger Loch: Verstoß gegen den eigenen Planfeststellungsbeschluß.
Der Planfeststellungsbeschluß vom 8. Mai 2000, den die Wirtschaftsbehörde als ausreichende Planungsgrundlage für den Baubeginn erachten möchte, rechtfertigt es durchaus nicht, mit den Bauarbeiten zum Verfüllen einer Teilfläche des Mühlenberger Loches zu beginnen - und so auf Kosten des Steuerzahlers DM 2.3 Milliarden Steuergelder + DM 100 Mio. Zinsen jährlich (!) und ein anerkanntes Naturschutzgebiet "in den Sand zu setzen".
Die Frage der Rechtmäßigkeit des Planfeststellungsbeschlusses ist als solche bereits Gegenstand einer ganzen Reihe von Klagen betroffener Anwohner und Verbände. Auf die Frage der Rechtmäßigkeit des Planfeststellungsbeschlusses kommt es indes für die gegenwärtig bereits stattfindenden Baumaßnahmen zur Teil-Verfüllung des Mühlenberger Loches nicht an. Denn bereits die im Planfeststellungsbeschluß selbst für einen Baubeginn ausdrücklich vorausgesetzten und festgestellten Voraussetzungen liegen nicht vor:
1. Gemäß 1.1.9.1 des Planfeststellungsbeschlusses darf
"Mit den Bauarbeiten zur Verfüllung des ML .... erst begonnen werden, wenn eine Entscheidung von AI zugunsten des Standortes Hamburg-Finkenwerder vorliegt.... ."
Ferner ist im Planfeststellungsbeschluß unter 1.1.9.1 betont worden, daß
"der Beginn der Bauarbeiten für die Teilverfüllung des ML nicht in der Hauptentwicklungszeit der aquatischen Lebensgemeinschaften im Frühjahr liegen [sollte]".
Unter 2.4.5.4 im Rahmen der mit einem Baubeginn verbundenen Nachteile für Hamburg ist hinsichtlich des Inhaltes der vorausgesetzten Standortentscheidung betont worden:
"Der Antrag [auf Feststellung des Planes; Anm. d. Verf.] bezieht sich auf die Fertigung des A3XX und nicht lediglich auf die Fertigung einzelner Teile des Flugzeuges, weshalb die Frage, ob auch die Teilefertigung den Bedarf für eine Erweiterung auslösen würde, gegenstandslos ist."
Anders ausgedrückt: Der Plan selbst ging von grundlegend anderen Voraussetzungen aus, nämlich einer wirklichen Fertigung ganzer Flugzeuge. Das bloße Lackieren bereits endmontierter Flugzeuge des Typs A3XX und der schlichte Innenausbau endmontierter Flugzeuge erfüllen diese Voraussetzung nicht - Lackierung und Innenausbau von in Toulouse fertig montierten Flugzeugen sind jedoch die einzigen Arbeiten, die nach der Pressemitteilung der EADS vom 19. Dezember 2000 vom Airbus-Aufsichtsrat nach Hamburg vergeben werden sollen.
2. Auch das im Rahmen der Abwägung zu 2.4.3 im Hinblick auf arbeitsmarktpolitische und regionalwirtschaftliche Effekte eingeholte und von der Planfeststellungsbehörde zugrunde gelegte Gutachten der Prognos GmbH Berlin vom 26. August 1998 ging noch von einer Standortentscheidung im Sinne einer Endmontage von Flugzeugen aus und prognostizierte Arbeitsmarkteffekte auf der Basis der Annahme, daß als Konsequenz einer (wie wir heute wissen: in Hamburg nicht stattfindenden) Endmontage von Flugzeugen des Typs A3XX überwiegend "gut qualifizierte Arbeitsplätze" mit einer entsprechend hohen Vergütung bei einem unterstellten jährlichen Bruttoverdienst "einer oder eines jeden" Beschäftigten in Höhe von DM 108.000,-- entstehen würden, "was angesichts der zu erwartenden Komplexität der Arbeiten an Entwicklung und Fertigung eines völlig neuartigen Flugzeuges dieser Größenordnung nachvollziehbar erscheint." (so noch der Planfeststellungsbeschluß auf S. 82).
Die Gutachter der Prognos GmbH gingen also (wie die Verfasser des Planfeststellungsbeschlusses) ersichtlich nicht von schlichten Lackierarbeiten und dem Einbau von Sitzen usw. aus. Es kommt deshalb auch nicht darauf an, daß die EADS in ihrer Pressemitteilung vom 19. Dezember 2000 Lackieren und Innenausstattung ihrerseits mit dem Begriff "Endmontage" versieht. Denn der Begriff der "Endmontage", der im Planfeststelliungsbeschluß vom 8. Mai 2000 zugrunde gelegt worden ist, ist schon mit Blick auf die ausführlichen Darstellungen zum Bau einer Kaianlage für die Anlieferung großer Flugzeugteile und die Voraussetzungen, von denen das Gutachten der Prognos GmbH ausgeht, ein anderer.
Ferner setzte das Gutachten der Prognos GmbH Berlin noch eine Basisproduktionsrate von 46 Flugzeugen voraus, die in Hamburg endmontiert werden sollten. Aufgrund der gegenwärtigen Beschlußlage gibt es heute, zwei Jahre nach Erstellung des Gutachtens, bei betriebswirtschaftlicher Sorgfalt keine Anhaltspunkte dafür, daß im Falle einer Durchführung des Projektes in Hamburg auch nur zwanzig Flugzeuge des Typs A3XX p. a. lackiert und mit Innenausstattung versehen werden könnten.
3. Auch die zu 2.5.4.7.1 im Wortlaut im Planfeststellungsbeschluß zugrunde gelegte Stellungnahme der EU-Kommission vom 19. April 2000 setzt eine Endmontage des Airbus A3XX voraus, nicht lediglich das Lackieren und/oder die Innenausstattung fertiger Flugzeuge.
"... nicht im öffentlichen Interesse, das ML zu verfüllen, ohne daß eine Standortentscheidung von AI zugunsten Hamburgs vorliegt."
Der Planfeststellungsbeschluß vom 8. Mai 2000 stellt damit schon nach seinem eigenen Wortlaut tatsächlich keine planungsrechtlich ausreichende Grundlage für den Baubeginn dar!
Herr Dr. Mirow und die Wirtschaftsbehörde haben zu diesen Fragen mit Schreiben vom 8. März 2001 lapidar mitgeteilt, daß die Frage des Baubeginns "vor Anordnung der sofortigen Vollziehung sorgfältig geprüft worden" sei. Nur: Jene Anordnung stammt vom 21. Juli 2000, aus einer Zeit also, als eben noch gar nicht bekannt gewesen ist, daß eine "Endmontage" von A3XX-Flugzeugen im Sinne des Plangfeststellungsbeschlusses in Hamburg tatsächlich niemals stattfinden wird.

Unten die Luftaufnahme von 1931.

EADS. 'European Aeronautic, Defense and Space Company'. So heißt auch die DASA in Finkenwerder ab sofort. Herr Schremp hat sich mit den Franzosen von Aerospatiale-Matra zusammengetan und möchte auch noch die spanischen Airbus-Partner 'schnappen'. Idee ist dann, daß die Engländer ebenfalls mitmachen müssen, wenn sie nicht ins Hintertreffen kommen wollen. Aber auch ohne die anderen beiden Partner des Airbus-Konsortiums entsteht bereits ein Gigant von 90.000 Leuten, der den Politikern nun alles diktieren kann, was er sich wünscht. Hieß es bisher hinter vorgehaltener Hand "die Franzosen fangen eher Krieg an, bevor die Deutschen den A3XX bekommen", sieht es nun ganz anders aus. Nun gibt es keine 'Deutschen' und 'Franzosen' mehr, sondern eine EADS mit Sitz in Holland. Also keine Steuergelder in Hamburg. Die FHH tut sich doch sonst so schwer, mal ein paar Mark herauszutun für Sachen (beispielsweise Kultur), die sich nicht vordergründig rechnen. Irgendwie weht der Filz-Geruch durch das Elbtal, finden Sie nicht auch?
Steuergelder verschleudern. Um solche internationalen Geister wie die EADS, die jede Art von Spielchen und Tänzchen mit den Politikern jeder Couleur bestimmen können, zu ködern, will Hamburg erstmal 1,3 bis 1,8 Milliarden Mark (meist ja bei Realisierung etwas mehr) opfern. Das gleiche Geld im Mittelstand für Ausbildungsplätze zu verteilen, würde mehr Arbeitsplätze bringen, meinen Sie nicht auch? Und diese fette Summe wird von Hamburg allein aus dem Portemonnaie geholt, doch die Arbeitsplätze sind vielleicht maximal zu einem Drittel Hamburger. Schlechte Investition, nicht wahr? Im 'echten' Leben würde das zu einem Insolvenzverfahren führen. Zusätzlich soll Hans Eichel und der Bund nochmal ordentlich aus der Tasche. Doch als Politiker (nicht nur SPD und Grüne!) kann man ja das Geld anderer Leute leicht ausgeben! Wir fordern: Gebt den 'Volksvertretern' mehr Gehalt, das dann aber mindestens zur Hälfte an Erfolge gekoppelt ist! Wer dann nur Amateur ist, muß eben sehr fleißig und glaubwürdig sein.
Neue Landebahnen. Für den A3XX müssen übrigens die Landebahnen jedes Flughafens neu gegossen werden, sonst brechen diese beim silbernen Schwergewicht zusammen. Ob unter solchen Gesichtspunkten dann noch so ein 'Wunderwerk' angesagt ist, denn wo will man angesichts leerer Flughafenbetreiberkassen landen? Ein Vetreter der Konkurrenzfirma Boeing sagte übrigens, daß ihn der A3XX stark an das Prestigeobjekt Concorde der Sechziger erinnere, für das Frankreich und England mächtig Steuergelder verschleuderten. Und nach einer Studie muß die EADS 665 Flugzeuge in zwanzig Jahren verkaufen, damit es sich rechnet. Sollen wir da mal einen soliden Hamburger Kaufmann alten Schlages empfehlen?

Größtes europäisches Süßwasserwatt. Das Rückstauvolumen bei einer Sturmflut würde entscheidend geringer, was wiederum höhere Sturmfluten bedeutete. Die große Wasserfläche vor Blankenese ist die Kinderstube vieler Tiere, wissen Experten. Die Handelskammer sagte in einer N3-Sendung: "Das Mühlenberger Loch muß auch ohne den A3XX zugeschüttet werden." Na, da halten wir doch gegen, oder? Wollen Sie sich etwa wieder von den Nachfolge-Generationen sagen lassen, Sie hätten nichts getan? Die Bewohner des südlichen Elbufers scheinen übrigens ganz gut vertreten durch ihren Rechtsanwalt Rüdiger Nebelsieck, die sich in der N3-Sendung sehr gut machte.

Freier Blick. Schauen Sie sich diese Fotos vom ehemaligen Café Schierks sowie den Süllberg-Blick gen Osten also nochmal genau an. Wenn Sie mehr Ausblicke Richtung Finkenwerder sehen möchten, klicken Sie 'Strandweg' an.
BSC-Karte. Hier eine alte Segelkarte, die deutlich zeigt, wie die Sände im Mühlenberger Loch früher lagen. Heute kommt die Este-Mündung nicht mehr auf den Mühlenberg zu, sondern westlich des Bulln, so etwa am Viereck. Aber da gab es ja auch noch die Süderelbe ...

Süderelböffnung. Erinnern Sie sich noch an das Vorhaben der Wirtschaftsbehörde, als Ausgleich für das gigantische Altenwerder-Vorhaben, die Süderelbe zu öffnen? Einfach vergessen oder nur eine schlechte Informationspolitik für die Bürger? Es scheint ähnlich wie bei dem Aussiedler-Pavilliondorf am Hemmingstedter Weg zu laufen, wo sich die Politiker nicht mehr an ihr Versprechen gegenüber den Anwohnern halten mögen. Angeblich ist die Koalitionsvereinbarung mit Frau Sager gefährdet, wenn das Mühlenberger Loch auch ohne die komplette Super-Vogel-Fertigung A380 zugeschüttet wird, doch die Grünen werden zum Erhalt ihrer Macht wohl noch ganz andere Kröten schlucken, meinen Sie nicht auch? Es wird wirklich Zeit für eine neue Bürgerschaftswahl, bei der die Bürger mal ein wenig mehr Courage als sonst zeigen. Es sind da ja stets zwei beteiligt: Einer, der macht und einer, der mit sich machen läßt. Und wie sagte der neue Blankeneser Bürgervereinsvorsitzende so eindeutig: "Wir werden nur von Lehrern und Soziologen regiert. Seit ich lebe, ist diese Partei an der Regierung." Und er hat bereits jede Menge graue Haare. Gehören Sie auch zu den 2.600 Menschen, die Einwand erhoben haben, oder halten Sie nichts von Bürgerinitiativen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung! Unten nochmal der Blick vom Süllberg auf das freie Mühlenberger Loch, damit Sie mehr Wut in den Bauch bekommen, denn weder Süllberg noch Mühlenberger Loch werden auch nur annähernd so bleiben!
Übrigens: Nicht daß wir uns falsch verstehen: Es geht schon lange nicht mehr darum, daß die Blankeneser ihren heiligen Elbblick behalten möchten, wie es die Presse so leicht schreiben mag, um die ärmeren Leute für sich einzunehmen. Nein, in Blankenese wohnen jede Menge Leute, die ihr Geld durch Eigenverantwortung und Kaufmannsgeist verdienen müssen, ja meist auch noch für eine Menge Menschen Verantwortung tragen. Und wenn diese so handeln würden wie unser Senat, also sehr viel Geld rauszuwerfen, ohne dafür etwas wiederzusehen und ganz eindeutig rechtswidrig zu handeln, ohne dafür bestraft zu werden, wäre bald eine Anarchie da. Und dann wären alle Errungenschaften dieser hochgelobten Demokratie dahin. Lieber Senat: Gutsherrenart ist out! Gesetze einhalten in. Und zwar für alle Bürger und auch den Staat.
Vorschriften umgangen. Wußten Sie eigentlich, daß für den 'Behelfsflughafen' Finkenwerder alle völlig normalen und peniblen Vorschriften eines Flughafen umgangen werden? Rund um Fuhlsbüttel gibt es klare Richtlinien, daß es keine Schulen, Kindergärten, bestimmt Industriebetriebe u.ä. in den Einflugschneisen geben darf, um Katastrophen zu verhindern. Schauen Sie sich mal den Flugbetrieb in Finkenwerder an und denken über die Gebiete nach, die im absoluten Tiefflug überflogen werden ... Hinterher ist es wieder keiner gewesen. Wir fordern für Finkenwerder gleiche Vorschriften wie für Fuhlsbüttel!
E-Mails. Und wenn Sie uns eine E-Mail schicken mögen, weil Sie vielleicht anderer Ansicht sind als hier aufgeführt, tun Sie es bitte nicht wieder heimlich und feige ohne Absender, sondern äußern klar und begründet Ihre Meinung, damit wir Sie veröffentlichen können. Wir haben nichts gegen andere Ansichten, und Sie?